Reaktionen auf Kandidatur-Verzicht Borgmanns
Nachricht hat viele überrascht

Lüdinghausen -

Der CDU-Vorsitzende Bernhard Möllmann war natürlich vorher im Bilde, viele andere Kommunalpolitiker hat Richard Borgmann mit seiner beim Stadtgeburtstag abgegebenen Erklärung, im nächsten Jahr nicht wieder für das Bürgermeister-Amt kandidieren zu wollen, überrascht. Bei der CDU läuft nun die Kandidatensuche auf Hochtouren.

Dienstag, 10.12.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 12:27 Uhr
Wer nimmt im Herbst 2020 auf dem Chefsessel im Lüdinghauser Rathaus Platz? Bislang gibt es mit dem Grünen Eckart Grundmann erst einen Bewerber um das Amt. Foto: Anne Eckrodt

Überrascht war Bernhard Möllmann nicht, als Richard Borgmann während der Feier zum Stadtgeburtstag verkündete, bei der Bürgermeisterwahl 2020 nicht wieder antreten zu wollen. „Ich war darauf natürlich vorbereitet“, so der CDU-Vorsitzende, der zu einem kleinen Kreis Eingeweihter gehörte. „Er hinterlässt ein bestelltes Feld“, attestiert er Borgmann. Lüdinghausen habe sich in der Zeit mit ihm als Verwaltungschef toll entwickelt. „Die Stadt hat ihm viel zu verdanken“, betonte Möllmann im Gespräch mit den WN.

Nachdem der Bürgermeister am Sonntag die Katze aus dem Sack ließ, arbeitet die CDU nun mit Hochdruck daran, einen Kandidaten respektive eine Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 13. September zu finden. Möllmann: „Wir waren natürlich auch vorher nicht untätig und haben an einem Plan B gearbeitet.“ Eine Findungskommission – zu der gehören neben Möllmann Ingeborg Bartsch, Knut Schmidt, Antonius Vormann, Marcus Engbert und Lena Steinkamp – hat bereits potenzielle Kandidaten angesprochen, einige haben auch von sich aus Interesse signalisiert.

Wir steigen jetzt in intensive Gespräche ein, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir spätestens Anfang des Jahres jemanden präsentieren können.

Bernhard Möllmann (CDU)

„Wir steigen jetzt in intensive Gespräche ein, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir spätestens Anfang des Jahres jemanden präsentieren können“, umriss Möllmann den weiteren zeitlichen Ablauf. Die Union favorisiere zwar jemanden aus Lüdinghausen oder Seppenrade, „das muss aber nicht zwingend so sein“, bekräftigte der CDU-Vorsitzende.

Im Gegensatz zu ihm zeigten sich die Vertreter der anderen Parteien sehr wohl überrascht von der Erklärung Borgmanns. „Damit hatte ich nicht gerechnet, ich dachte, er tritt noch einmal an“, sagte Niko Gernitz. Und der SPD-Vorsitzende fügte hinzu: „Persönlich kann ich die Entscheidung absolut nachvollziehen.“ Die Sozialdemokraten sind derzeit noch völlig offen, was das Thema Bürgermeisterwahl betrifft. Auch sie haben – wie die CDU – eine Findungskommission, einen eigenen Kandidaten gebe es aktuell jedoch nicht, wie Gernitz mitteilte. „Auch von den Grünen haben wir seit Bekanntgabe, dass sie mit Eckart Grundmann ins Rennen gehen, bislang kein neues Gesprächsangebot bekommen.“ Letztlich würden die Mitglieder entscheiden, „und zwar allerspätestens beim Neujahrsempfang“. Der ist für den 26. Januar geplant.

Er hat sich in den vergangenen Wochen so positioniert, dass ich dachte, da läuft sich jemand noch mal für die nächste Runde warm.

Eckart Grundmann (Grüne)

Grundmann, Fraktionssprecher der Grünen und bislang einziger Bewerber um das Bürgermeisteramt, hatte fest damit gerechnet, im Wahlkampf auf Borgmann zu treffen. „Er hat sich in den vergangenen Wochen so positioniert, dass ich dachte, da läuft sich jemand noch mal für die nächste Runde warm. Menschlich kann ich die Entscheidung jedoch absolut nachvollziehen.“ Ob seine Chancen dadurch steigen, dass es nun keinen Gegenkandidaten mit Amtsbonus gibt, vermochte Grundmann am Montag nicht einzuschätzen. „Es bleibt abzuwarten, wer sonst noch seinen Hut in den Ring wirft“, meinte er.

Markus Kehl betonte, dass sich Borgmann durchaus um Lüdinghausen verdient gemacht habe. „Allerdings hat er das nicht alleine getan, denn viele Entscheidungen wurden von allen Fraktionen mitgetragen“, so der UWG-Fraktionsvorsitzende. Dabei verhehlte er nicht: „Ich hoffe, dass es an der Verwaltungsspitze künftig einen kooperativeren Stil im Umgang gerade auch mit den Oppositionsfraktionen gibt.“

FDP legt sich noch nicht fest

In den Augen von FDP-Chef Gregor Schäfer hat der amtierende Bürgermeister „viel erreicht und viel angestoßen, auch gemeinsam mit dem Rat, wenngleich es in den letzten eineinhalb Jahren durchaus das eine oder andere Thema gab, wo die Zusammenarbeit nicht so einfach war“. Das Thema Bürgermeisterwahl stehe bei der FDP aktuell noch nicht im Fokus. Man wolle erst mal abwarten, „was bei den anderen Parteien abläuft“.

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