Mordkommission ermittelt
Frau starb durch Messerstiche - Ex-Partner unter Verdacht

Borken -

Ein Mann soll in Borken in der Silvesternacht seine 52 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin mit Messerstichen getötet haben. Vor der Tat soll ein Streit eskaliert sein, der 59-Jährige hat in seiner polizeilichen Vernehmung angegeben, sich nicht an das Geschehen erinnern zu können.

Donnerstag, 02.01.2020, 12:20 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 12:26 Uhr
In der Karl-Leisner-Straße in Borken ereignete sich der tragische Vorfall. Foto: Markus Schönherr

Am frühen Neujahrsmorgen ist in Borken eine 52-jährige Frau mit Messerstichen getötet worden. Die Polizei nahm den ehemaligen Lebensgefährten der Frau fest. „Der 59-Jährige wird dringend verdächtigt, im Verlauf der Streitigkeiten mit einem Messer auf die 52-Jährige eingestochen und sie dadurch tödlich verletzt zu haben“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster, der Polizei Borken und der Polizei Münster.

In seiner polizeilichen Vernehmung gab der Mann an, sich nicht an das Geschehen erinnern zu können. Er räumte jedoch ein, sich mit der 52-Jährigen immer wieder gestritten zu haben, so auch in der Tatnacht. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekannt.

Gegen 2.41 Uhr meldeten Zeugen über den Notruf der Polizei einen Streit mit Hilferufen aus einer Wohnung an der Karl-Leisner-Straße, heißt es darin weiter. Als die hinzugerufenen Polizisten eintrafen, machten sie mit Hilfe der Zeugen die betreffende Wohnung schnell ausfindig. „Nach mehrfacher Aufforderung öffnete der 59-jährige Tatverdächtige den Beamten die Tür. Er hatte frische Blutspuren am Köper und ließ sich durch die Polizisten ohne Widerstand festnehmen“, erläuterte der Leiter der Mordkommission, Erster Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux. „Kurze Zeit später fanden die Beamten den leblosen Körper der 52-jährigen Frau in der Wohnung. Auch die sechsjährige gemeinsame Tochter des Ex-Paares hielt sich zu diesem Zeitpunkt in den Räumlichkeiten auf.“

Ergebnisse der Obduktion am Donnerstag

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgte am Mittwochnachmittag die Obduktion der Verstorbenen im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Münster. „Die Rechtsmediziner haben festgestellt, dass die zahlreichen Messerstiche und zusätzlich ein Drosseln den Tod der 52-jährigen Frau verursacht haben", erläuterte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape das Ergebnis.

Der 59-Jährige und die 52-jährige Verstorbene führten nach Angaben der Ermittler keine feste Beziehung mehr, trafen sich jedoch in unregelmäßigen Abständen in der Wohnung der 52-Jährigen an der Karl-Leisner-Straße in Borken. Sie hatten auch das gemeinsame Sorgerecht für die sechsjährige Tochter. „Warum der Streit zwischen dem 59-Jährigen und seiner Ex-Lebensgefährtin derart eskalierte ist Gegenstand der Ermittlungen", erklärte der Leiter der Mordkommission Bux.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Beschuldigten beantragt. Noch am Donnerstag werde er auch dem Haftrichter vorgeführt.

Die sechsjährige Tochter befindet sich in Obhut des Jugendamtes und wird durch Seelsorger betreut. Die Ermittlungen dauern an.

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