Wohnhaus in Ibbenbüren einsturzgefährdet
Explosion laut Ermittlern vorsätzlich herbeigeführt

Ibbenbüren/Münster -

Nach einer Explosion in einem Wohnhaus in Ibbenbüren gehen die Ermittler von einem Suizidversuch aus. Ein Bewohner, der mit lebensgefährlichen Verletzungen in einer Spezialklinik liegt, soll die Explosion vorsätzlich herbeigeführt haben.

Donnerstag, 02.01.2020, 11:58 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 16:45 Uhr
Das Haus am Föhrengrund in Ibbenbüren ist nach der Explosion nahezu komplett zerstört. Foto: privat

Nach der Explosion in einem Wohnhaus am Neujahrsmorgen in Ibbenbüren wird der 49-jährige Beschuldigte mit lebensgefährlichen Verletzungen weiterhin in einer Spezialklinik behandelt. Erste Ermittlungen der eingesetzten Mordkommission deuten darauf hin, dass der Mann die Explosion in suizidaler Absicht vorsätzlich herbeigeführt hat. Das gaben die Polizei Münster und Steinfurt sowie die Staatsanwaltschaft Münster in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

„Der von uns hinzugezogene Brandsachverständige kam zu dem Ergebnis, dass der 49-Jährige mittels Manipulation an einer Propangasflasche die Explosion verursacht hat”, erklärte der Leiter der Mordkommission Ulrich Bux. „Nur durch Glück wurden keine weiteren Menschen schwer verletzt oder getötet.” Bis auf leichte Schnittverletzungen an den Händen bei einer jungen Frau kamen alle anderen Personen in dem Haus mit dem Schrecken davon.

Nur durch Glück wurden keine weiteren Menschen schwer verletzt oder getötet.

Ulrich Bux, Leiter der Mordkommission

Haus nicht mehr bewohnbar

Durch die Detonation in der Silvesternacht wurden mehrere Bewohner und Besucher des Hauses - ein Einfamilienhaus mit mehreren Parteien - aufgeschreckt. Sie flüchteten aus dem Haus, das seit der Explosion einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar ist. Auch benachbarte Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen.

„Wir ermitteln wegen versuchten Mordes gegen den 49-jährigen Ibbenbürener, da er durch das Herbeiführen der Explosion auch den Tod der anderen Bewohner billigend in Kauf genommen hätte", erläuterte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape. Die Ermittlungen der Mordkommission, insbesondere zu einem möglichen Motiv, dauern an.


Hinweis: Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide zurückhaltend berichtet wird. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Grund für die Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Daher werden wir nicht im Detail über den Vorfall berichten.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge . Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der Krisenhilfe Münster  (0251-519005) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

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