Elf Verletzte
Mordkommission ermittelt nach Wohnungsbrand in Emsdetten

Emsdetten -

Elf Menschen sind bei einem Wohnungsbrand in Emsdetten verletzt worden, einer davon schwer. Ein Mieter wird beschuldigt, das Feuer in suizidaler Absicht vorsätzlich gelegt zu haben. Eine Mordkommission ermittelt. 

Montag, 06.01.2020, 07:19 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 16:29 Uhr
Elf Menschen sind bei dem Wohnungsbrand in Emsdetten verletzt worden. Foto: Jens Keblat

Bei dem Brand, der am Sonntagabend ausgebrochen war, erlitten elf Bewohner des Hauses Rauchgasvergiftungen. Sechs Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Nach ersten Ermittlungen und Einschätzungen eines Sachverständigem besteht der Verdacht, dass ein 33-Jähriger Mieter des Hauses den Brand möglicherweise vorsätzlich ausgelöst hat. „Wir haben Hinweise darauf, dass der Beschuldigte den Brand in suizidaler Absicht vorsätzlich gelegt hat", erläuterte der Leiter der Mordkommission in Münster, Ulrich Bux. „Dadurch brachte er eine Vielzahl von Menschen in Gefahr, nur durch Glück wurden keine Personen schwer verletzt oder getötet."

Polizei hat Mordkommission eingerichtet

Der 33-jährige Emsdettener soll auf Antrag der Staatsanwaltschaft noch heute (6. Januar) dem Haftrichter vorgeführt werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster, der Polizei Münster und der Polizei Steinfurt. Zur Klärung des Sachverhaltes ist beim Polizeipräsidium Münster eine Mordkommission unter der Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Ulrich Bux im Einsatz. „Wir ermitteln wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung mit versuchter Todesfolge und wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 33-jährigen Emsdettener", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Die Ermittlungen dauern an. 

Das Schlafzimmer des Beschuldigten brannte komplett aus, bei dem Brandgeschehen an der Bahnhofsstraße in Emsdetten schlugen offene Flammen aus einem Fenster und über das Treppenhaus gelangte massiv Rauch in alle Geschosse. In dem Mehrfamilienhaus wohnen insgesamt elf Parteien. Seit dem Brand sind das zweite, dritte und vierte Obergeschoss nicht mehr bewohnbar. 


Hinweis:

Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide zurückhaltend berichtet wird. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Grund für die Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Daher werden wir nicht im Detail über den Vorfall berichten.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die  Telefonseelsorge . Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der  Krisenhilfe Münster (0251-519005) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

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