Kahlschlag am Südring
„Ohne Rücksicht auf die Umwelt“

Lengerich -

Immer wieder nehmen Bürger Anstoß, wenn an Straßen Gehölz zurückgeschnitten wird. So auch jüngst am Südring. Björn Schilling machte das im Rat zum Thema.

Donnerstag, 09.01.2020, 05:29 Uhr
Nördlich des Südrings sind im Grünstreifen nach der Gehölzpflege Lücken entstanden. Auf der gegenüberliegenden Seite sind alle Pflanzen platt gemacht worden. Foto: Michael Baar

Den Motorsägen ist alles zum Opfer gefallen, was an Rand des Südrings zwischen den Kreuzungen mit der Ladberger Straße und der Ringeler Straße als Grün gestanden hat. „Begründet wurde das mit Tod- beziehungsweise Trockenholz“, erläutert Björn Schilling. Warum der komplette Baumbestand entfernt wurde, erschließt sich dem Mitglied der SPD-Ratsfraktion nicht.

Für ihn erfüllte der Grünstreifen gleich mehrere Funktionen: Ökologisch als Grünstreifen und damit unter anderem als Habitat für Tiere sowie als Lärm- und Staubschutz für die Anlieger. „Kreis und Land geben sich nach Außen einen ökologischen Anstrich, im Detail aber wird so verfahren wie in den vergangenen 30 Jahren immer: ohne Rücksicht auf die Umwelt und ohne Rücksicht auf die Anwohner“, stellt er im Stadtrat fest.

In den vergangenen zehn Jahren seien die Lärmemissionen stark gestiegen. Als Ursache sieht er neben der steigenden Zahl an Lkw auf dem Südring eine generelle Zunahme des Verkehrs. In den Sommermonaten kämen als zusätzliches Ärgernis Motorradfahrer hinzu, die zwischen den beiden Ampeln (laut)stark beschleunigen.

Ein weiteres Problem, das der Sozialdemokrat ausgemacht hat, ist der Staub. Gerade in den vergangenen zwei trockenen Jahren seien regelrecht Staubwolken über die Hasenheide gezogen. Durch die Nutzung der fläche als Spargelfeld und ohne Schutz durch den Grünstreifen „wird es sicherlich nicht besser“, befürchtet er.

Eine intelligente Ampelsteuerung zur Reduktion der Anfahrgeräusche „wäre ein Anfang“, ist Björn Schilling überzeugt. Zudem muss aus seiner Sicht ein Umdenken vorangetrieben werden: „Nicht möglichst günstiges und vollständiges Roden der Grünstreifen, sondern ein maßvolles Entfernen von Tod- und Trockenholz. Das ist ökologisch sinnvoll und für die Anwohner, die schon genug belastet sind, auch angenehmer.“

Beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW versteht man die Aufregung nicht. „Da ist ganz normale Gehölzpflege durchgeführt worden“, erklärt Claudia Scholten auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Der Grünstreifen sei auf den Stock gesetzt worden und dabei „mit Sicherheit auch Tod- und Trockenholz“ entfernt worden.

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