Schnellbus und neuer Expressbus ergänzen sich
Alle 15 Minuten nach Münster

Senden -

In Top-Taktung nach Münster: Zumindest an Werktagen zwischen 6 und 20 Uhr fährt alle 15 Minuten ein Bus via Senden nach Münster. Der MX 90 macht´s möglich, der nach den Sommerferien zwischen Olfen und Münster pendeln soll. Schnellbus und Express fahren zeitlich so versetzt, dass sich der Takt verkürzt.

Samstag, 01.02.2020, 07:44 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 07:50 Uhr
Ob vom Busbahnhof oder der Mönkingheide – nach den Sommerferien geht es in enger Taktung nach Münster. Foto: di

Mal eben nach Münster – zumindest für Senden, als eine Gemeinde im Speckgürtel, „verkürzt“ sich der Weg ins Oberzentrum. Denn künftig kann jeder aus Senden alle 15 Minuten in den Bus zu Job, Schule oder Uni steigen. Diese Top-Taktung wird noch in diesem Jahr umgesetzt – „definitiv“, bestätigen Michael Klüppels, Leiter des RVM-Verkehrsmanagements, und Gerrit Tranel, Geschäftsführer beim ZVM Bus. Sie grenzen auf WN-Anfrage den Zeitpunkt des erhöhten Rhythmus beim Bus ein: Der neue Fahrplan werde unmittelbar nach den Sommerferien eingeführt.

Wobei das nur einen Aspekt eines angepeilten Quantensprungs beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr bildet. Hinzu kommen weitere Features, die die Nutzung des Busses komfortabler machen sollen. Für die Fahrgäste wohl am wichtigsten: Ab dem Hochsommer steuern zwei getrennte Linien Münster via Senden an. Neben die Schnellbuslinie S 90/92 – im Münsterland schon seit Längerem die erfolgreichste Linie in dieser Kategorie – gesellt sich, wie berichtet, der Expressbus MX 90. Beide sind werktäglich von 6 bis 20 Uhr dann im 30-Minuten-Takt im Einsatz. Aber sie werden zeitversetzt starten, so dass pro Viertelstunde ein öffentliches Verkehrsmittel Münster erreichbar macht.

Mit WLAN auf Bus warten

Wer also quasi ohne Fahrplan im Kopf einsteigen will, muss aber noch auf die Haltepunkte achten. Der MX 90 macht nur an der Haltestelle Mahnmal (B 235 auf Höhe der Total-Tankstelle) und an der Mönkingheide sowie am P&R-Parkplatz Station.

Die „Mönkingheide“ wird damit aufgeweckt – wachgeküsst aus dem Halbschlaf, nur bis 8.51 Uhr Fahrgästen den Einstieg in einen Bus zu ermöglichen. Zu allen anderen Zeiten müssen sie 700 Meter den unbeleuchteten Weg an der  B 235 absolvieren, um sich ab Siebenstücken chauffieren zu lassen. Die S 90 verläuft weiterhin halbstündlich über den Busbahnhof und den Erlengrund.

Während sich dort nichts ändert, kehrt auf der Strecke des Expressbusses die Zukunft der ÖPNV ein. Denn seine Haltestellen sollen sich zu Mobilstationen wandeln. Was bedeutet, dass die Fahrgäste in einem Pavillon trocken und warm (wenn nötig, beheizt) mit WLAN auf den Bus warten, dessen Ankunft in Echtzeit auf einem Display angezeigt wird. Soweit die Standardausstattung.

Abstellboxen für Räder

In der Prime-Version wird das Repertoire noch weiter gefasst: Abstellboxen für Räder, Ausleihmöglichkeiten beispielsweise für E-Scooter, Gastronomie oder zumindest Kaffeeautomaten, Paketannahme oder auch Co-Working-Spaces (flexible gemeinschaftlich genutzte Büroräume für Gewerbetreibende).

Das alles wird nicht der Halt „Mönkingheide“ bieten. Aber die neue Expressbus-Haltestelle, sie soll um 200 Meter entlang der B 235 in den Bereich des Baugebietes Huxburg verschoben werden. Jedoch nicht vor 2021, so Klaus Mende, stellvertretender Leiter des Sendener Bauamtes. Während der Standort festliegt, bleibt in der Planung noch viel zu tun – und zwar unter maßgeblicher Regie der Gemeinde, die bei den Mobilstationen als Bauherr auftritt und auf Förderung hofft. Mende pflichtet bei: Wie Tranel und Klüppels pocht er darauf, dass eine Verkehrswende fällig ist. Weshalb das Reallabor für Senden „superspannend ist“.

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