Ochtruper wegen Bedrohung vor Gericht
Geldstrafe und Fahrverbot für 37-Jährigen

Ochtrup/Steinfurt -

Eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je fünf Euro muss ein 37 Jahre alter Ochtruper bezahlen. Das Amtsgericht Steinfurt befand ihn am Mittwoch für schuldig, eine andere Person bedroht zu haben.

Donnerstag, 06.02.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 17:08 Uhr
EIn 37-jähriger Ochtruper musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: Mike Oelerich

Anfang September 2019 fuhr der Angeklagte mit seinem Auto von einem Parkplatz rückwärts auf die Poststraße, um in Richtung Sparkasse zu fahren. In diesem Moment sei ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit aus dem Kreisverkehr an der Dränke auf seine Fahrspur eingefahren. Um einen Zusammenstoß mit dem Wagen des Angeklagten zu vermeiden, wich der Fahrer auf den Gehweg aus. So beschrieb der Angeklagte die Situation an diesem Nachmittag auf der Poststraße. Auf dem Parkplatz an der Sparkasse habe er an den anderen Fahrer angetroffen und mit den Worten „Stellen Sie sich vor, Sie hätten bei dem Ausweichmanöver jemanden überfahren“ zur Rede gestellt. Völlig überrascht sei er gewesen, als er wegen dieses Vorfalls eine Vorladung zur Polizei erhalten habe.

Der als Zeuge geladene Autofahrer schilderte den Vorfall ganz anders. Er sei auf seiner eigenen Fahrspur am Wagen des Angeklagten vorbeigefahren. Eine gefährliche Situation habe dabei nicht bestanden. Anschließend habe ihn der Angeklagte auf dem Sparkassenparkplatz angeherrscht: „Beim nächsten Mal mache ich dich platt!“, soll er dem Zeugen gedroht haben.

Zum Hergang des Geschehens gab der Zeuge zu bedenken, dass es kaum möglich sei, auf einer Strecke von etwa 20 Metern nach der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr bereits eine überhöhte Geschwindigkeit aufzunehmen. „Und warum sollte ich wegen einer unbedeutenden Begebenheit die Polizei verständigen?“ wandte der Zeuge ein.

Staatsanwältin und Richterin fanden die Aussagen des Zeugen glaubwürdig. Auch weil im Bundeszen­tralregister in jüngster Zeit mehrere Eintragungen wegen Verkehrsdelikten verzeichnet waren, hielt das Gericht eine Geldstrafe für angemessen. Zudem darf der Verurteilte einen Monat kein Kraftfahrzeug führen. Ob er Rechtsmittel einlegen werde, ließ er am Mittwoch noch offen. Nachdem die Richterin ihm die Verfügung für das Fahrverbot ausgehändigt hatte, zerknüllte er das Schriftstück noch im Gerichtssaal und fuhr mit durchdrehenden Reifen vom Gerichtsparkplatz.

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