Mitgliederversammlung am 12. Februar
Widerstand in der Westfalen-Initiative gegen Auflösungspläne

Münster -

Allzu viel gehört hat man von der Westfalen-Initiative in der Vergangenheit nicht. Jetzt macht der Verein von sich reden, weil ihn der Vorsitzende auflösen will. Das provoziert natürlich Widerstand. Am 12. Februar kommt es zum Schwur.

Donnerstag, 06.02.2020, 07:20 Uhr
Dr. Hans Moormann

Im März 2019 wurde Dr. Hans Moormann zum Vorstand der Stiftung Westfalen-Initiative und zum Vorsitzenden des gleichnamigen Vereins gewählt. Kaum im Amt, sorgte er für Furore. Indem er ankündigte, den Verein auflösen zu wollen – wegen unterstellt er Bedeutungslosigkeit. Unter den 200 Mitgliedern sorgte das für ziemlich viel Wirbel.

Vorstand gegen Vorsitzenden

Am 12. Februar findet die entscheidende Mitgliederversammlung statt, dann kommt es zum Schwur. Inzwischen liegen drei Anträge auf dem Tisch. Zwei vom Vorsitzenden und ein dritter, den die fünf weiteren Vorstandsmitglieder eingebracht haben. Offiziell verweisen sowohl Stiftung als auch Verein auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung – und schweigen. Im Off wird jedoch geredet. Folglich wird Moormann die Auflösung beantragen und – sollte er damit nicht durchkommen – als Kompromiss dessen noch nicht näher erklärte Renovierung.

Dem gegenüber steht der Antrag des restlichen Vorstandes, der vom Vorsitzenden des Beirates unterstützt wird. Thomas Bentz, Ludwig Jörder, Hans-Ulrich Predeick sowie Hans-Peter Rapp-Frickwollen, dass der Verein bleibt, wie er ist und was er ist: Stimme und Sprachrohr, Verknüpfer und Verstärker westfälischer Gesamtinteressen. Damit tritt der Vorstand in direkte Opposition zum Vorsitzenden.

Verein am Tropf der Stiftung

Egal, welchem Antrag die Mitglieder am Ende zustimmen, spannend wird, was danach kommt. Moormann hat angekündigt, dem Verein so oder so den Geldhahn zudrehen zu wollen. Der Verein hängt am Tropf der Stiftung. Rund 5000 Euro spülen die Mitgliedsbeiträge jährlich in seine Kasse. Die Ausgaben sind jedoch um ein Vielfaches höher. Für die Differenz – mehrere Zehntausend Euro pro Jahr – stand die Stiftung bisher gerade.

Für den Fall, dass die Mitglieder mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für den Status quo stimmen, ist es eher unwahrscheinlich, dass Moormann Vereinsvorsitzender bleiben kann. Damit wäre dann auch das Modell der Personalunion gescheitert, kaum dass es gelebt wurde. Um das Profil der Westfalen-Initiative zu stärken und Schlagkraft zu entwickeln, hatten Verein und Stiftung erst im vergangenen Frühjahr die Führung rechtlich zusammen- und faktisch in die Hände Moormanns gelegt.

Nachrichten-Ticker