Fehlende Heimplätze für Schwerbehinderte
LWL weist Vorwürfe zurück

Kreis Warendorf -

Der Landschaftsverband (LWL) wehrt sich gegen Vorwürfe, dass er Schwerstmehrfachbehinderte und deren Familien im Stich lässt. Doch in den meisten Fällen werden nur bestehende Angebote umgewandelt.

Montag, 10.02.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 22:01 Uhr
Wohnheimplätze für Schwerbehinderte sind schwer zu finden. Im Kreis Warendorf stehen 100 Betroffene auf Wartelisten. Foto: dpa

Der Landschaftsverband (LWL) wehrt sich gegen Vorwürfe, dass er Schwerstmehrfachbehinderte und deren Familien im Stich lässt. Etwa 100 Betroffene stehen aktuell auf Wartelisten und finden keinen Heimplatz. In einer Stellungnahme zu unserer Berichterstattung weist LWL-Sozialdezernent Matthias Münning darauf hin, dass derzeit 63 neue Plätze im Kreis Warendorf entstehen. „Die Behauptung, Plätze seien gedeckelt, trifft nicht zu. Es gibt im Kreis heute bereits ein gutes Angebot, dieses soll weiter ausgebaut werden.“

Nach Rücksprache mit dem Caritasverband im Kreis Warendorf und der Vincenz Gesellschaft – die beiden größten Anbieter von stationären Einrichtungen – werden aber keine zusätzlichen Plätze geschaffen. In den meisten Fällen würden nur bestehende Angebote umgewandelt – so dass diese Plätze beispielsweise nicht mehr nur für Menschen mit geistiger Behinderung zur Verfügung stehen, sondern etwa auch für psychisch Kranke. Wollten freie Träger ein neues Heim bauen, müssten sie die dort entstehenden Plätze an anderen Standorten abbauen.

Sozialpolitiker im Kreis Warendorf wollen das Thema „Fehlende Heimplätze für Schwerstmehrfachbehinderte“ jetzt aufgreifen und eine Anfrage an den LWL stellen.

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