Henrike Jütting präsentiert zweiten Münster-Krimi: „Villa 13“
Fenstersturz im finsteren Gemäuer

Münster -

Henrike Jütting las als Teenager schon begeistert Agatha-Christie-Krimis. Die Miss-Marple-Schöpferin und Meisterin des „Who done it?“ hatte es der jungen Münsteranerin angetan. Nun ist sie selber Mutter von zwei Teenager-Töchtern und überdies Autorin von zwei Münster-Krimis. Der neueste Fall für Jüttings Kommissarin Katharina Klein heißt „Villa 13“ – ein dritter ist in Arbeit.

Dienstag, 11.02.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 18:14 Uhr
Krimiautorin Henrike Jütting präsentiert in passender Umgebung ihren zweiten Fall: „Villa 13“. Foto: Arndt Zinkant

Als Henrike Jütting ein Teenager war, las sie begeistert Agatha-Christie-Krimis. Die Miss-Marple-Schöpferin und Meisterin des „Who done it?“ hatte es der jungen Münsteranerin angetan. Nun ist sie selber Mutter von zwei Teenager-Töchtern und überdies Autorin von zwei Münster-Krimis. Der neueste Fall für Jüttings Kommissarin Katharina Klein heißt „Villa 13“ – ein dritter ist in Arbeit.

Beim Tee erzählt die Autorin, was ihr beim Schreiben und beim Krimi-Genre wichtig ist: Vor allem die Figuren mit ihrer Psychologie und ihrem sozialen Umfeld, das während der Handlung kenntlich werde. Da kommt die promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Jütting zum Vorschein. Bereits ihre Magister- und Doktorarbeit hatten den Schwerpunkt Jugend-Soziologie. Später arbeitete sie in Celle als stellvertretende Geschäftsführerin für einen Verein in Trägerschaft des Diakonischen Werks Hannover. In solchen sozialen Einrichtungen existiere meist eine „Grundspannung“ zwischen allen Beteiligten, sagt die Autorin.

Was zum Plot von „Villa 13“ führt – einem fiktiven Gemäuer mit düsterer Vorgeschichte. Es fungiert im Roman als Einrichtung für psychisch erkrankte Jugendliche, von denen einer durch Fenstersturz zu Tode kommt. Ein Unfall? Wenig später geschieht ein eindeutig identifizierbarer Mord. Ein Geflecht von Abhängigkeiten und Lügen tut sich auf, während das Morden weitergeht. Kommissarin Katharina Klein und Kollegin Eva Mertens von der Kripo Münster ermitteln.

Ihrer Heldin will Henrike Jütting treu bleiben. Nicht nur die Psychologie von Tätern und Opfern interessiert sie, sondern auch das familiäre Umfeld der Kommissarin, welches Roman-übergreifend fortgesponnen wird. „Das Private an der Story ist mir wichtig“, lächelt Henrike Jütting. Da wäre zum Beispiel Katharinas problematische Beziehung zu ihrer Mutter. Die hat einen jüngeren Lebensgefährten etwa im Alter der Kommissarin. Ein ziemlich verpeilter Typ, der immer wieder berufliche Projekte in Angriff nimmt, die zu scheitern pflegen – zum Beispiel der Plan, ein indisches Restaurant zu eröffnen.

Sind Jüttings Romane „Frauen-Krimis“? „Das Etikett möchte ich mir nicht anheften“, sagt sie. Zwar würden Bücher wie ihre gern von Frauen gekauft, bei ihren Lesungen seien aber oft zur Hälfte auch Männer anwesend. Die nächste Lesung wird am Freitag, dem 14. Februar, um 19.30 Uhr in der Bücherei St. Anna (Dingbängerweg 61) stattfinden.

Das Genre des Lokal-Krimis hatte Henrike Jütting anfangs gar nicht im Sinn. Aber dann dachte sie: „Jetzt lebst du nun mal hier und nutzt das auch!“ So steht die „Villa 13“ im Roman denn auch nicht irgendwo, sondern in Angelmodde, und Kommissarin Klein wohnt im Erpho-Viertel. Was ihre Schöpferin Henrike Jütting zur Kollegin bekannter Krimiautoren wie Christoph Güsken oder Jürgen Kehrer macht. Letzterer ist bekanntlich mit „Wilsberg“ zu Fernseh-Ruhm gelangt. Träumt die Autorin Henrike Jütting manchmal auch davon? Auf die Frage erwidert sie lächelnd: „Also ich hätte nichts gegen eine Anfrage vom Fernsehen.“

Nachrichten-Ticker