18-Jähriger zu Freiheitsstrafe verurteilt
Angeklagte verhalten sich respektlos

Altenberge/Rheine -

Ein junger Mann aus Altenberge wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Zum Gerichtstermin in Rheine wurde er aus der Jugendhaftanstalt Herford vorgeführt.

Freitag, 21.02.2020, 06:36 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 06:40 Uhr
(Symbolbild) Foto: dpa

Drei Jahre ohne Bewährung und zwei Freisprüche, das war das Fazit einer außergewöhnlichen Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung gegen drei Angeklagte aus Greven und Altenberge.

Der bereits vorbestrafte 18-Jährige aus Altenberge wurde aus der Jugendhaftanstalt Herford vorgeführt. Ihm wurden neben der gefährlichen Körperverletzung am Rosenmontag des vergangenen Jahres in Münster weitere Gewalttaten in Münster und in Neuenkirchen zur Last gelegt. Obwohl er bezüglich der Tat am Rosenmontag freigesprochen wurde, verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine ihn auf Antrag des Staatsanwaltes wegen einer das Leben gefährdenden Tat am Hafen in Münster im September und der gefährlichen Körperverletzung am Offlumer See in Neuenkirchen im Mai zu einer neuen Jugendstrafe von drei Jahren.

Unangemessenes Verhalten

Die beiden Mitangeklagten aus Greven im Alter von 18 und 21 Jahren, die an der gefährlichen Körperverletzung am Rosenmontag in Münster beteiligt gewesen sein sollen, wurden frei gesprochen. „Eine konkrete Zuordnung der Taten ist uns nicht möglich“, begründete der Richter den Freispruch.

Deutlich kritisierten er und der Staatsanwalt das unangemessene Verhalten des Angeklagten aus Altenberge und des 18-Jährigen aus Greven: „Ich habe selten Jungs hier gehabt, die so wenig Respekt gegenüber dem Gericht gezeigt haben“, konstatierte der Richter. Sie brachen in Gelächter aus, als er das letzte Urteil des Häftlings aus Altenberge mit schwerwiegenden Straftaten verlas und störten die Gerichtsverhandlung durch alberne Kontaktaufnahme mit Besuchern, sodass zwei Zuhörer den Saal verlassen mussten. Bei Zeugenaussagen amüsierten sie sich über die Schilderung der Gewalttaten.

Eifersucht

Nur zwei Tage nach einem dem Urteil vom Landgericht griff der 18-Jährige in Münster aus Eifersucht, wie Zeugenaussagen ergaben, einen jungen Mann an und schlug ihm eine Flasche auf den Kopf. Als der bewusstlos zu Boden ging, „trat er ihm gegen den Kopf wie gegen einen Fußball“, beschrieb ein Zeuge die Vorgehensweise des Täters. Auch das fand der Angeklagte lustig.

Zu den Taten schwieg der 18-Jährige. In Neuenkirchen soll er einen 15-Jährigen nach einer Zigarette gefragt haben. Als der verneinte, griff er ihn von hinten an und fügte ihm „mit einem messerähnlichen Gegenstand eine erhebliche Verletzung am Hals zu“, so stand es in der Anklage und so bestätigte es der Zeuge, der den Täter vor Gericht eindeutig identifizierte. Gericht und Staatsanwaltschaft hatten keine Zweifel an seiner Aussage.

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