Ausraster nach Kündigung
Todesdrohungen: Ehemaliger McDonald‘s-Mitarbeiter kommt vor Gericht glimpflich davon

Ladbergen/Tecklenburg -

Nach seiner Kündigung rastete er aus: Weil ein Mann seine Ex-Kollegen mit dem Tode bedroht hat und zudem ankündigte, in der Ladberger McDonald‘s-Filiale eine Bombe zu zünden, musste er sich vor dem Amtsgericht in Tecklenburg verantworten.

Mittwoch, 04.03.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 20:40 Uhr
Der Angeklagte hatte nach seiner Kündigung in den Personalräumen der McDonald‘s-Filiale randaliert und seine ehemaligen Kollegen bedroht. Foto: Luca Pals

Wenn man seinen Arbeitgeber damit bedroht, ihn und seinen Laden in die Luft zu sprengen, darf man sich nicht wundern, als Angeklagter vor Gericht zu landen. Im Verfahren gegen einen Mann vor dem Amtsgericht Tecklenburg ging es um einen solchen Fall.

Dem Mann wurde vorgeworfen, am 24. Februar vergangenen Jahres in der McDonald‘s Filiale in Ladbergen mehreren Mitarbeitern gedroht zu haben, sie zu töten oder zu verletzen. Das Strafgesetzbuch sieht im Falle einer Verurteilung für eine solche Bedrohung eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor.

Polizei alarmiert

Zur Vorgeschichte: Nachdem dem Mann, der bis dahin in der Filiale gearbeitet hatte, gekündigt worden war, erschien dieser an besagtem Februartag aufgebracht in den Personalräumen der Firma. Dort randalierte er zunächst herum. Als die Kollegen versuchten ihn zu beruhigen, stieß er mehrere Drohungen aus. Unter anderem drohte er ihnen, sie bei nächster Gelegenheit mit dem Auto zu überfahren. Auch kündigte er an, mit einer Bombe zurückzukehren und „den Laden in die Luft zu sprengen“.

Um die Glaubwürdigkeit seiner Behauptungen zu untermauern, verwies er mehrfach auf seine Herkunft. Als er dann noch verkündete, er habe zuhause zwei Pistolen und die würde er jetzt holen, riefen die Angestellten die Polizei.

Die Beamten nahmen die Drohungen ernst. Auch wenn beim Angeklagten bei einer sofort eingeleiteten Hausdurchsuchung weder Sprengstoff noch Waffen gefunden wurden, hatte seine Wutausbruch nun ein gerichtliches Nachspiel. In der Verhandlung verweigerte der Angeklagte zunächst auf Anraten seines Verteidigers jegliche Aussage zum Tathergang.

Zeitaufwändige Befragungen

So war es erforderlich, dass die Zeugen vor Gericht noch einmal von den für sie traumatischen Vorgängen berichten mussten. Besonders eine Zeugin zeigte sich auch heute noch stark berührt von den Ereignissen. Sie fühle sich immer noch in der Nähe des Angeklagten unwohl, schilderte sie ihren Gemütszustand. Zumal der Angeklagte bei einer zufälligen Begegnung Monate später versucht habe, Einfluss auf sie auszuüben.

Das Gesamtbild, welches sich aus den Aussagen der Zeugen ergab, entsprach weitgehend den Vorwürfen der Anklagevertretung. Auch sehr explizite Nachfragen des Verteidigers konnten die Zeugen nicht verunsichern. Die Befragungen gestalteten sich sehr zeitaufwendig, da ein Teil der Zeugen, aber vor allem der Angeklagte, der Verhandlung nur mit einer Dolmetscherin zu folgen vermochte.

Nachdem die Beweislage die Schuld seines Mandanten immer offensichtlicher gemacht hatte, riet der Verteidiger ihm, sich doch zu der Sache zu äußern. Seine durch die Dolmetscherin vorgetragene Erklärung rettete den Mann wohl vor einer Gefängnisstrafe. Er beschrieb den Tag als „Albtraum“. Er habe die Kündigung nicht verstanden und habe nur reden wollen, dann sei die Situation eskaliert: Das alles nur Spaß gewesen sei, wollte ihm der Vorsitzende Richter allerdings nicht glauben. Auch zeigte er sich verärgert darüber, dass der Angeklagte nicht sofort die Tat gestanden hatte und ein falsches „Spiel“ mit Vorurteilen gegen seine eigene Volksgruppe betrieben habe.

Am Ende kam der Mann mit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 300 Euro davon.

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