Blitzumfrage der IHK
Firmen im Münsterland fürchten Corona-Folgen

Münster. -

Auch im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region wächst die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Epidemie: Den Ergebnissen einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Münster zufolge erwartet fast die Hälfte der Unternehmen in der Region 2020 Umsatzeinbußen.

Montag, 09.03.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 17:28 Uhr
Die Corona-Folgen treffen die Börsen, aber auch die Unternehmen der Region. Foto: Arne Dedert

Fast jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einem Minus von mehr als zehn Prozent. „Jetzt kommt es darauf an, den betroffenen Betrieben schnell und pragmatisch zu helfen, etwa durch finanzielle Überbrückungshilfen oder einfache Antragsverfahren beim Kurzarbeitergeld“, forderte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel. Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Firmen richtet sich laut IHK auch auf personelle Ausfälle durch Krankheit ein, 42 Prozent auf Absagen von Veranstaltungen und Messen, 29 Prozent auf einen Rückgang der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, 27 Prozent auf Lieferengpässe. Auch von Produktionsausfällen (13 Prozent) und Liquiditätsengpässen (zehn Prozent) gehen einige Unternehmen bereits aus. Nur fünf Prozent der antwortenden Unternehmen erwarten in den kommenden Wochen keinerlei Auswirkungen auf ihr Geschäft. Jaeckel betont jedoch: „Die Umfrage zeigt aber auch, dass viele Unternehmen besonnen auf die Krise reagieren“. Überrascht zeigt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer, dass erst gut ein Drittel (37 Prozent) der Unternehmen einen betrieblichen Notfallplan erstellt haben, falls ein Mitarbeiter durch das Corona-Virus infiziert ist. „Die Anfragen, die wir derzeit per Telefon oder E-Mail erhalten, zeigen, dass Unsicherheit im Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten im eigenen Betrieb herrscht“, so Jaeckel. Der Hauptgeschäftsführer empfiehlt den Unternehmen, innerbetrieblicher Pandemiepläne aufzustellen.

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