Interview mit Lehrer über die aktuelle Situation
Digital ist derzeit das Zauberwort

Telgte -

In Zeiten von Corona sind alle Schulen in Nordrhein-Westfalen erst einmal bis nach den Osterferien geschlossen. Über seinen Alltag als Lehrer in Home Office Zeiten berichtet Karsten Rossien vom Telgter MSMG. 

Mittwoch, 01.04.2020, 06:19 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 06:30 Uhr
Täglich steht Lehrer Karsten Rossien von seinem Arbeitszimmer aus in Kontakt mit den Schülern sowie als Jahrgangsstufenleiter auch mit etlichen Eltern. Foto: privat

In Zeiten von Corona sind alle Schulen in Nordrhein-Westfalen erst einmal bis nach den Osterferien geschlossen. Doch das bedeutet nicht Ferien – weder für die Schüler noch für die Lehrer. Die Schüler bekommen nämlich regelmäßig Aufgaben von den Pädagogen. Die WN haben einmal mit einem Lehrer gesprochen. So muss beispielsweise der Englisch- und Sportlehrer des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums, Karsten Rossien, seine Kurse mit Materialien versorgen. Wie das funktioniert, erklärt er in einem schriftlichen Interview.

„Ich versorge hauptsächlich meinen Leistungskurs Englisch der Q1, meine 9a in Englisch und den Differenzierungskurs 9 English for work and travel mit Material“, erklärt Rossien. Der Leistungskurs bekomme jeden zweiten Tag Aufgaben zu der Lektüre „Romeo and Juliet“, die anderen Klassen arbeiteten mit ihren Lehrbüchern oder Arbeitsbüchern mehrmals pro Woche.

Mit Schülern per Mail in Kontakt

„Das funktioniert insgesamt sehr gut, da die Kollegen Ralf Große Westerloh und Jonas Rensinghoff alles digital vorbereitet hatten“, betont Rossien. Er arbeitet derzeit viel mit sogenannten „Schul.cloud“ und stehe mit einigen Schülern per Mail in Kontakt.

Außerdem hat Karsten Rossien zur Sicherheit noch Kurse bei einen anderen Lernportal angelegt. „Alles läuft sehr stabil und wird von den Schülern gut angenommen. Mit der Bewertung sollten wir vorsichtig sein. Vielmehr sollte erreicht werden, dass der Unterricht nach Beendigung der Maßnahmen zügig wieder aufgenommen und fortgesetzt werden kann“, betont der Englischlehrer.

Dem Pädagogen fehlt die Schule

Täglich ist er in Kontakt mit Schülern und als Jahrgangsstufenleiter auch mit deren Eltern. Der Aufwand sei nicht zu unterschätzen. „Ich habe von Eltern gehört, dass ihre Kinder drei bis vier Stunden täglich an ihren Aufgaben sitzen. Meine Arbeitszeit für die Schule liegt auch etwa bei drei Stunden am Tag“, erzählt Karsten Rossien.

Und was macht der Lehrer neben dem Homeoffice den ganzen Tag? „Neben den normalen häuslichen Arbeiten, wie Einkaufen, Kochen, Gartenarbeit versorge ich meine Klassen und Kurse mit Material und Hausaufgaben. Nachmittags korrigiere ich die Hausaufgaben und schicke sie mit Kommentaren versehen an meine Schülerinnen und Schüler zurück. Abends bleibt dann noch Zeit für ein gutes Buch“, sagt er. Doch die Schule fehlt dem Pädagogen jetzt schon, auch das wird im Gespräch deutlich. . .

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