Einkaufen für betreute Senioren
Pflegekräfte werden in Geschäften angefeindet

Senden -

In der Corona-Krise übernimmt das Steverteam Mobile Pflege für rund 80 Senioren, die zur Höchstrisikogruppe gehören, die notwendigen Einkäufe. In den Geschäften werden die Mitarbeiterinnen immer wieder von unfreundlichen Zeitgenossen angefeindet.

Mittwoch, 08.04.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 20:59 Uhr
Maria Wollenberg und ihre Kolleginnen gehen häufig mit mehrere Einkaufszetteln von Senioren in die Geschäfte. Leider stoßen die Pflegekräfte dort häufig auf Probleme. Foto: Siegmar Syffus

Das Angebot des Steverteams Mobile Pflege ist umfassend. Es reicht von einzelnen Hilfeleistungen bis zur Rund-um-Pflege. In den Zeiten von Corona lassen aktuell rund 80 der circa 130 betreuten Senioren ihre Einkäufe durch das Team erledigen. Keine leichte Aufgabe für die Pflegekräften. Denn in den Geschäften werden sie nicht selten von unfreundlichen Zeitgenossen angefeindet.

„Unsere Kunden sind 70 bis 99 Jahre alt. Und viele gehören zur Höchstrisiko-Gruppe. Einige befinden sich in einer Krebstherapie, andere sind schwerst herz- oder lungenkrank“, berichtet Stephanie Fricke, Inhaberin des Pflegedienstes, der im gesamten Gemeindegebiet tätig ist. Diese Patienten geben den Pflegekräften ihre Einkaufszettel samt Bargeld mit auf den Weg.

Soweit, so gut. Probleme gibt es dann in den Läden. Zum einen wegen knapper Waren durch Hamsterkäufe, zum anderen wegen des Bezahlvorgangs an der Kasse. „Wir müssen manchmal für zwei oder drei Patienten mit Bargeld bezahlen, was Zeit in Anspruch nimmt. Dafür wird man manchmal sehr unfreundlich angesprochen“, führt Fricke aus.

Da durch Hamsterkäufe beispielsweise Toilettenpapier und Nudeln rar geworden sind, müssen die Mitarbeiterinnen immer wieder mehrere Geschäfte aufsuchen, um die Zettel komplett abarbeiten zu können. Und das belastet Zeit und Nerven der Pflegekräfte. Hinzu kommt, dass bestimmte Produkte nur in begrenzter Menge für einen Haushalt abgegeben werden – auch dann, wenn die Mitarbeiterinnen für zwei oder drei Patienten einkaufen. „Mein Wunsch wäre es, dass vor allem in den Discountern mehr Verständnis für unsere Situation gezeigt wird. Unsere Mitarbeiterinnen sind doch durch ihre Dienstkleidung eindeutig zu erkennen“, sagt Fricke.

Nachrichten-Ticker