Corona-Krise macht erfinderisch
Flaschenpost ersetzt zur Zeit Besuche

Telgte -

Felia war traurig: Wegen des Kontaktverbots konnte die 7-Jährige nicht mehr zu ihren Großeltern. Jetzt überbrückt eine Flaschenpost die Zeit der Corona-Krise.

Donnerstag, 09.04.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 15:45 Uhr
Eine Flaschenpost wandert nahezu täglich zwischen Oma Ulla Große Holling und ihrer Enkelin Felia hin und her. So bleibt der Kontakt zwischen der 7-Jährigen und ihren Großeltern erhalten. Foto: privat

Die Corona-Krise macht erfinderisch, freut sich Ulla Große Holling – und meint die Idee ihrer Enkelin Felia. Die 7-Jährige meldete sich telefonisch bei ihrer Oma: In der Zeit des Kontaktverbots könne man doch eine Flaschenpost nutzen, um trotzdem in Kontakt zu bleiben.

„Auf die Idee ist Felia bestimmt gekommen, weil wir unseren Enkelkindern aus dem Urlaub an der See schon einmal Post in Flaschenform geschickt haben“, mutmaßt Oma Ulla.

Eingerollter Brief

Die Idee wurde schnell in die Tat umgesetzt. Felia wählte eine Flasche mit Bügelverschluss aus, dekorierte sie mit Aufklebern und füllte einige Dekoartikel ein.

„In der Flache befindet sich immer ein eingerollter Brief mit neuesten Informationen aus der Familie und natürlich der immer dringendere Wunsch nach einem baldigen Treffen, einem großen Fest mit der ganzen Familie. An der Flasche hängt zusätzlich an einem Band für uns ein selbst gemaltes Bild“, erzählt Ulla Große Holling. „Wir legen dann zur Beschäftigung für Felia ein Rätsel rein, oder einen Basteltipp oder auch eine Bastelanleitung aus der täglichen WN.“

Überraschungen vor der Tür

Diese Flasche wandert jetzt mehrmals in der Woche zwischen dem Haus der Großeltern an der Brahmsstraße und dem Haus am Hasenkamp, in dem Felia mit ihren Eltern wohnt. „Vor einigen Tagen bekamen wir sogar neben der Flasche zwei Leinwände mit Felias Aquarellkreide und dazu die Bitte, etwas Schönes zu malen“. Die Flasche vor der Haustür sei jedes Mal wieder „eine tolle Überraschung“. Die Flaschenpost wird übrigens beim Rundgang mit dem Hund oder während einer Radtour transportiert.

Den fehlenden Kontakt zu ihren Cousins aus Handorf hat Felia durch selbst gebastelte Anhänger für Friedrich und Jona und Armbänder für deren Eltern ausgeglichen und diese Dinge dann vor der Haustür abgelegt. Prompt kamen Briefe und kleine Geschenke im Rahmen einer Fahrradtour zurück.

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