Covid-19-Todesfälle
Was hinter der Zahl der Verstorbenen steckt

Kreis Coesfeld -

An oder mit dem Coronavirus gestorben? Die Zählweise sorgt für Verwirrung, denn sie ist nicht einheitlich und Kritiker fragen, ob die Zahlen der Verstorbenen in Wirklichkeit nicht höher sind - oder eben niedriger.

Freitag, 10.04.2020, 11:00 Uhr
Den Angaben der Bezirksregierung zufolge sind im Kreis Coesfeld bislang elf Patienten durch eine Coronavirus-Erkrankung gestorben. Doch welche Todesfälle werden dabei mitgezählt und welche nicht? (Symbolbild) Foto: dpa

Für den Kreis Coesfeld gilt, dass nur die tatsächlich am Virus Verstorbenen für die Statistik erfasst werden: „Wir zählen nur die Personen, die an dem Virus gestorben sind und nicht primär an einer Grunderkrankung“, erklärt Kreis-Gesundheitsamtschef Dr. Heinrich Völker-Feldmann.

Stirbt also zum Beispiel jemand im Kreis Coesfeld, der mit dem Corona-Virus infiziert war, an den Folgen eines Schlaganfalles - und nicht an den Folgen der Virus-Erkrankung –, taucht er nicht in der Kreis-Statistik der Corona-Toten auf.

Nur beim ersten Todesfall im Kreis Coesfeld am 24. März sprach der Kreis noch von einer Todesursache „im Zusammenhang mit dem Virus“, führte aber auch aus, dass die Person an seiner Grunderkrankung starb. Diesen Fall nahm die Bezirksregierung nicht in der Statistik auf und er taucht auch nicht in den Kreiszahlen auf. Bei allen weiteren, bislang elf gestorbenen Menschen, die der Kreis aufführt, war laut Gesundheitsamt Covid-19 die Todesursache. Auch die Bezirksregierung spiegelt die Zahlen so wieder.

Das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesbehörde handhabt es hingegen anders. Es nennt die Zahl aller Todesfälle von Menschen mit einer nachgewiesenen Sars-Covid-19-Infektion. Unabhängig davon, ob sie direkt an Covid-19 gestorben sind oder vielleicht an einer anderen Ursache. „Das RKI differenziert die Zahlen nicht“, sagt Völker-Feldmann. „Warum das so ist, weiß ich nicht.“ Das Gesundheitsamt leite aber beide Zahlen an die weiteren Behörden weiter. Das RKI veröffentlicht sie schließlich zusammengerechnet. Von daher erklärt sich, dass das RKI eine – aktuell leicht – höhere Zahl an Todesfällen auflistet als der Kreis.

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