Planetenweg im Maßstab 1:1 000 000 000
Maiausflug in unser Sonnensystem

Metelen -

Das Sonnensystem im Maßstab eins zu einer Milliarde baute die Familie Tietmeyer nach. Angeregt durch eine Aufgabenstellung im Sachkundeunterricht wurden die Sonne und ihre acht Planeten auf Infotafeln maßstäblich dargestellt und auf der ehemaligen Bahntrasse von Metelen in Richtung Heek, die heute ein Radweg ist, aufgestellt. Neptun findet sich deshalb bereits auf Heeker Grund.

Freitag, 01.05.2020, 06:00 Uhr
Lena und Moritz Tietmeyer haben sich zusammen mit ihrem Vater Nico den Planetenweg ausgedacht und gemeinsam die Sonne mit 140 Zentimetern Durchmesser und die Infoschilder für die maßstäbliche Reise durch das Weltall angefertigt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Langeweile während der schulfreien Zeit? Für Lena und Moritz Tietmeyer ein Fremdwort. Die beiden Grundschüler haben die Zeit genutzt, um gemeinsam mit ihrem Vater Nico und Mutter Rabea ein Projekt umzusetzen, dass nicht nur viele Vorüberlegungen, sondern auch ein wenig handwerkliches Geschick erforderte.

Auslöser war das Sachkunde-Thema „Planeten“, mit dem sich Lena, die in die vierte Klasse der St.-Vitus-Schule geht, auseinandersetzen sollte. Bei der Beschäftigung mit dem Thema und dem Blick auf unser Sonnensystem standen auch die Größenvergleiche und die riesigen Entfernungen im Weltall an. Wie lässt sich so etwas für Kinder anschaulich machen, denn Bücher und das Internet bieten ja viele Grafiken aber die Sonne und ihre Planeten „live“ erleben – das wäre doch was? Warum also nicht einfach ein Modell bauen?

Doch das Weltall verlangt nach ganz besonderen Maßstäben, das wurde rasch klar, als Lena gemeinsam mit ihrem Bruder Moritz, der die zweite Klasse besucht, und ihrem Vater an dem Projekt tüftelte. Nico Tietmeyer ist mehr oder weniger „vom Fach“, arbeitet nämlich als Physiklehrer an einem Gymnasium in Coesfeld.

Reise durch das Sonnensystem

Der gewählte Maßstab war schließlich eins zu einer Milliarde (1:1000 000 000), und das mit gutem Grund. „Wir haben die Sonne gerade noch so eben hingekriegt“, weist Moritz auf eine ganz kleine, kaum wahrnehmbare Abflachung auf der 1,40 Meter messenden Sonnenscheibe. Die Verkleidung des Spielhauses im Garten der Tietmeyers, das demnächst eh umgebaut werden sollte, wurde dafür umfunktioniert. Und die Nut- und Federbretter, die mit der Stichsäge zur runden Sonne ausgesägt wurden, waren eben so gerade mal 140 Zentimeter lang.

Das Zentralgestirn bildet den Anfang des Planetenwegs, der nur wenige Steinwürfe vom Haus der Tietmeyers entfernt an der Bushaltestelle Heeker Straße seinen Anfang nimmt. Dort ist die in gelben und roten Tönen angemalte Holzscheibe aufgestellt, inklusive zweier Infotafeln. Auf ihnen erklären die Grundschüler – „Mama hat beim Vorzeichnen ein wenig geholfen“ – den Hintergrund ihres Projekts und außerdem bereiten sie Interessierte vor auf die Reise durch unser Sonnensystem.

Abstände mit dem Bandmaß

Diese zieht sich längs des Radwegs auf der ehemaligen Eisenbahntrasse in Richtung Heek. Und schon auf der Sonnen-Infotafel wird deutlich, dass die Reise zu den Planeten fast viereinhalb Kilometer weit ist. Grund dafür ist Neptun, der Eisriese ganz weit draußen, noch hinter dem Strönfeldsee und schon auf Heeker Grund. „Das hat Papa mit GPS-Daten ausgemessen“, erklärt Moritz.

Für die der Sonne näheren Planeten maßen Lena und ihr Bruder die Entfernung mit einem Bandmaß aus. Merkur liegt nur 58 Meter den Radweg hinauf, Venus 108 Meter und die Erde praktisch vor der Gartenpforte der Tietmeyers in 150 Metern Entfernung. Auf Infotafeln sind die Planeten aufgemalt – maßstäblich genau. Die Erde hat deshalb nur einen daumennagelgroßen Durchmesser von 1,2 Zentimetern.

Eine spannende Reise haben die Tietmeyers ausgetüftelt – ideal für den Maiausflug. Übrigens: Wer unterwegs die Planetenreihenfolge vergisst, kann sich am Pennäler-Merksatz orientieren:  „M(erkur)ein V(enus)ater e(rde)klärt m(ars)ir j(upiter)eden S(aturn)onntag u(ranus)nsere N(eptun)achbarplaneten.“

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