Jugendliche schreiben Corona-Tagebücher
Wenn alles vorbei ist: Lese-Picknick auf Halde

Ahlen -

Jugendliche verarbeiten die Corona-Zeit auf ihre Weise – unter anderem in Form von Tagebüchern.

Freitag, 01.05.2020, 12:21 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 17:14 Uhr
Sibylle Kordes vom Jugendzentrum Ost schreibt mit vier jungen Männern die Corona-Tagebücher. Foto: privat

Was machen die Ahlener Jugendzentren – Juk- Haus und Jugendzentrum Ost – eigentlich in Corona-Zeiten? „Wir haben seit einigen Wochen unter www.jzost.de jeden Tag die Challenge ‚Kannst du?‘ für Kinder und Jugendliche“, sagt Sibylle Kordes vom Jugendzentrum Ost. Das sind unterschiedliche Wettbewerbe aus verschiedenen Bereichen. Dabei sind Rätsel, Kreativaufgaben, Logik- und Denksport, aber auch „echter Sport“ und vieles mehr. „Die Ergebnisse dazu werden an uns gemailt und man kann sogar täglich was gewinnen“, erklärt Sibylle Kordes.

Bunt gemischte Themen

Eine der vielfältigen Geschichten ist aber auch das „Corona-Tagebuch“. Die drei jungen Männer, die es führen – Hamza, Jan und Avni – sind regelmäßige Besucher und Unterstützer des Jugendzentrums. Jeden Tag gibt es mit der Gruppe virtuelle Kontakte, dazu nutzen sie mal Skype, WhatsApp, E-Mail oder Videocall.

„Die Themen sind bunt gemischt, mal geht’s um Schule, denn alle sind im Abi­stress“, sagt Sibylle Kordes. Aber auch die ansonsten grassierende Langeweile sei ein großes Thema. „Genauso wird manchmal einfach nur rumgeblödelt.“

Tipps, wie man den Tag gut rum bekommt, werden ebenso ausgetauscht wie die besten Home-Workouts. Ein Dauerthema ist, wie die Jugendlichen sich eine ordentliche Tagesstruktur aufbauen können. „Ganz praktisch: wann und warum schlafen, wie lange PC-Zocken und so weiter.“ Sibylle Kordes plaudert aus dem „Online-Nähkästchen“: „Jan sagte dann irgendwann: ‚Bille, ich wollt schon anfangen, ein Buch zu schreiben.‘“ Daraus sei die Idee für das Tagebuch entstanden. Jeden Tag wird dort irgendwas hineingeschrieben. Manchmal nicht viel, aber so, dass man sich an den einzelnen Tag erinnert.

Gegenseitiges Vorlesen

Zuvor hatten die Jugendlichen über einen gemeinsamen Ausflug gesprochen. Darauf, hoffentlich bald wieder etwas gemeinsam unternehmen zu können, freuen sie sich besonders. „Wir schreiben jetzt alle Corona-Tagebücher. Und wenn alles vorbei ist, machen wir ein gemütliches Picknick auf der Halde und lesen uns gegenseitig daraus vor“, kündigt Sibylle Kordes an. „Die Jungs sagten noch, dass, wer mag, herzlich eingeladen ist, sich uns anzuschließen und auch Corona-Tagebuch zu führen.“ Das geht so: Einfach eine Mail ans Jugendzentrum Ost (info@jz-ost.de) senden oder die Jugendhotline unter  6 08 78 anrufen (täglich von 16 bis 22 Uhr).

Nachrichten-Ticker