Verantwortung für Beschilderung liegt bei Straßen-NRW
Verkehrsschilder sorgen in Nienborg für Diskussionen

Nienborg -

Verkehrsschilder sind Teil der Straßenausstattung. Normalerweise ergeben diese einen aufeinander abgestimmten Sinn. Normalerweise. In Nienborg können da aktuell schon Zweifel dran aufkommen.

Donnerstag, 30.04.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 16:22 Uhr
Das Durchfahrtsverbotsschild am Steinweg in Richtung Nienborg war am Freitagabend überklebt. Foto: Rupert Joemann

Auf den ersten Blick sind die drei aufeinander folgenden Schilder am Steinweg mit Blick Richtung Burganlage verwirrend. Baustellenhinweis, Verbotsschild für Autos und Krafträder und dann noch ein Schild, das dennoch die Fahrtrichtung geradeaus und links angibt, obwohl die Durchfahrt doch verboten ist. Steckt da ein Sinn hinter – oder ist da etwas schief gelaufen?

Genau diese Frage wird derzeit auch in einer örtlichen Facebook-Gruppe rege diskutiert. Oder anders gesagt: humorvoll kommentiert. Von „Na was denn nu“ über „herzlich willkommen in good old Germany“ bis hin zu „typisch Deutsch“ reichen die Statements.

Doch so ganz ohne Sinn und Verstand wurden die zum Teil mobilen Schilder dann doch nicht aufgestellt, auch wenn das wohl der erste Gedanke vieler ist. Nachfrage beim Bauamt der Gemeinde. „Beschilderung ist immer so eine Sache. Es stellt sich immer die Frage, wann reicht es und was ist zu viel“, sagt Bauamtsleiter Herbert Gausling diplomatisch.

Wobei er anmerkt, dass man über das Schild mit dem Baustellenhinweis durchaus diskutieren könne, da das blaue Schild, welches die Fahrtrichtung vorgibt, ohnehin ein Abbiegen nach rechts verbietet. Abgesehen davon dürften viele Ortskundige wissen, dass aktuell im Auftrag von Straßen-NRW Straßenschäden zwischen Stadthagen und Steinweg behoben werden. Darum die Sperrung.

Die Sache mit den mobilen Schildern hat nicht die Gemeinde zu verantworten. „Wir sind zwar mit im Boot im Zuge der Sanierung, aber die Schilder haben wir nicht aufgestellt“, so Gausling. Das erfolgte im Zuge der Arbeiten durch Straßen NRW und die ausführende Firma.

So weit so gut: Aber ergibt das wirklich einen Sinn so? „Ja, zumindest widersprechen sich die Schilder nicht“, sagt Herbert Gausling. Und er erklärt: „Das blaue Schild, welches die Fahrtrichtung vorgibt, gilt nämlich auch für Radfahrer.“ Und diese dürfen den Steinweg aus Richtung der Landesmusikakademie kommend im Gegensatz zu Autos und Krafträdern befahren. Quasi ein extra Schild nur für Radler“.

Über die Sache mit dem Verbotsschild für Autos und Co. an der Stelle lässt sich derweil aber streiten. Hintergrund ist, dass der Steinweg für Begegnungsverkehr von Autos zu eng ist. Darum ist das Befahren nur von der Hauptstraße aus erlaubt.

Auch auf Höhe der Landesmusikakademie steht ein solches Verbotsschild. Dort ergibt es auch Sinn. Als Verbot und Warnung. Warum allerdings direkt vor der Hauptstraße dasselbe Schild noch mal steht, ist fraglich. Denn wer mit seinem Auto bis dahin schon verbotener Weise gefahren ist, wird wohl kaum wieder wenden und umkehren.

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