Coronavirus
Kreis Coesfeld liegt über der Neuinfektions-Obergrenze

Coesfeld -

Im Kreis Coesfeld liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen über dem von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossenen Grenzwert. Nach Zahlen des Kreises haben sich in den vergangenen sieben Tagen 73 Personen pro 100.000 Einwohner neu mit dem Virus angesteckt.

Donnerstag, 07.05.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 16:59 Uhr
Beim Fleischcenter Coesfeld in Stockum sind insgesamt 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Foto: Westfleisch

Nach Berechnungen unserer Zeitung überschreitet der Kreis Coesfeld derzeit den von Bund und Ländern festgelegten Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Überschreitet ein Landkreis diese Marke, ist vorgesehen, dass die Behörden einschreiten und strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vornehmen müssen.

Da im Kreis Coesfeld etwa 220.000 Menschen leben, liegt der Grenzwert in absoluten Zahlen bei 110 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen. Tatsächlich hat der Kreis (laut Daten vom 1. bis zum 7. Mai) 161 neue Infektionen vermeldet. Die Neuinfektionsquote liegt damit bei 73,2 pro 100.000 Einwohner. Der Kreis liegt damit als derzeit einziger in Nordrhein-Westfalen über der am Mittwoch festgelegten Obergrenze.

Allein in den vergangenen vier Tagen sind im Kreis Coesfeld den Angaben des Kreises zufolge  146 neue Infektionen hinzugekommen, der Großteil davon bei Westfleisch, einer Großschlachterei in Coesfeld, die - vom Gesundheitsamt überwacht -  weiter in Betrieb ist . Wie Amtsärztin Celine Klostermann berichtete, habe man nach einigen Fällen in dem Betrieb die Mitarbeiter gezielt getestet und daher viele Infektionen entdeckt. Teilweise wurden ganze Unterkünfte unter Quarantäne gestellt.

Welche Folgen das Infektionsgeschehen für geplante Lockerungen der bisherigen Corona-Maßnahmen konkret hat, ist vorerst unklar. Wir berichten weiter.

Die Lockerungsbeschlüsse von Bund und Ländern

1/12
  • Start

    Sport, Einkaufen, Freunde treffen: Die seit Wochen geltenden strengen Regeln in der Corona-Krise werden weiter gelockert. Bund und Länder vereinbarten am Mittwoch (6. Mai) neue Regeln zum Umgang mit der Corona-Pandemie.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Eine Sonderregel hat Kanzlerin Angela Merkel durchgesetzt. Sollte es Landkreise geben, in denen es binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner gibt, werden hier regional wieder zusätzliche harte Einschränkungen vorgenommen.

    Foto: dpa
  • Viele Änderungen, gerade im Bereich Bildung, Gastronomie, Sport oder Tourismus, liegen nun in der Hand der Länder und ihrer Ministerpräsidenten.

    Foto: dpa
  • Die Bundesliga darf ab Mitte Mai wieder starten. Ein exaktes Datum steht noch aus.

    Foto: dpa
  • Alle Kaufhäuser, egal welcher Größe, dürfen wieder öffnen, sofern sie ein passendes Hygienekonzept vorweisen.

    Foto: dpa
  • Die Länder dürfen in den nächsten Tagen selbst entscheiden, inwieweit und mit welchen Vorgaben sie Hotels, Restaurants, Kneipen, Ferienhäuser und Ähnliches wieder öffnen - und wann.

    Foto: dpa
  • Restaurants und Kneipen können demnach zumindest in einigen weniger schwer betroffenen Regionen ab sofort wieder hoffen.

    Foto: dpa
  • Sport im Außenbereich wie etwa Tennis oder Golf ist unter Einhaltung von Hygienemaßgaben wieder erlaubt.

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen werden grundsätzlich weiter bis 5. Juni verlängert - mit der Lockerung, dass sich nun auch Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen. Bisher gilt, dass man sich in der Öffentlichkeit nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten soll. In Sachsen-Anhalt sind Treffen zu fünft möglich, unabhängig von der Haushaltszugehörigkeit.

    Foto: dpa
  • Patienten in Kliniken und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen dürfen wiederkehrenden Besuch von einer definierten Person empfangen.

    Foto: dpa
  • Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in Geschäften gilt weiterhin.

    Foto: dpa
  • In der Öffentlichkeit gilt weiterhin die Abstandsregel - das heißt, man sollte mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten.

    Foto: dpa

Deutschlandweiter Spitzenreiter in Thüringen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Mittwoch für den Kreis Coesfeld noch eine Infektionsquote von 37 angegeben. Wegen eines Meldeverzugs sind dort allerdings nicht alle vom Kreis gemeldeten Neuinfektionen enthalten. Nach den RKI-Zahlen gilt bislang der Kreis Greiz in Thüringen mit 80,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche über dem von Bund und Ländern festgelegten Grenzwert.

RKI Fallzahlen Mittwoch

Übermittelte COVID-19-Fälle der letzten 7 Tage in Deutschland nach Landkreis (6.5.2020, 0:00 Uhr). Die Fälle werden nach dem Landkreis ausgewiesen, aus dem sie übermittelt wurden. Dies entspricht in der Regel dem Wohnort, der nicht mit dem wahrscheinlichen Infektionsort übereinstimmen muss. Foto: Robert-Koch-Institut

Nachrichten-Ticker