Viertklässler kehren als Erste zurück
„Es war immer Schulzeit“

Warendorf -

Die Schule hat wieder begonnen – eine wohl euphorische Bemerkung, wenn sie nur für 44 von 180 Kindern an den beiden Standorten der Laurentiusschule gilt. Am Freitag sind sie noch unter sich. Ab Montag gilt dann ein rollierendes Schulsystem, das erst noch endgültig entwickelt werden muss.

Donnerstag, 07.05.2020, 17:31 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 17:40 Uhr
Elf Kinder gehören zur neu gebildeten Klasse 4a1, rechts Lehrerin Andrea Gaida Foto: Erhard Kurlemann

„Wir haben uns bemüht, den Eltern das Gefühl zu geben, es ist Schulzeit“ – Kathrin Sellmeier, Konrektorin der Laurentiusschule erzählt, wie intensiv das ganze Team sich bemüht habe, in der „Corona-Pause“ regelmäßig den Kontakt zu den 180 Schülern zu halten – mit kreativen Ansätzen. „Wir haben Lernpakete zusammengestellt, die von den Eltern zu vorgegebenen Zeiten abgeholt werden mussten.“ Damit gleichbedeutend war jeweils, gestellte Aufgaben auch abzugeben.

Nach der Schulschließung habe das Lehrerteam viele Überlegungen angestellt, wie die „Begleitung der Schüler auf Distanz“ organisiert werde könne. „Wir wollten den Familien auch helfen, den Tag zu strukturieren“. Dazu gab es es Spielangebote sowie Anregungen, etwa um für Abwechslung beim Home-Schooling zu sorgen.

„Uns hat aber gefehlt, die Kinder täglich zu sehen“, gibt die Konrektorin zu. Das ist seit Donnerstag wieder anders. 22 Kinder – aufgeteilt in die neuen Klassen 4a1 und 4a2 – kehrten in den Standort Dr.-Leve-Straße zurück, 22 weitere in den Standort Klosterstraße. Eine Gruppe kommt von 8 bis 11 Uhr, die andere von 8.30 bis 11.30 Uhr – mit zeitlich versetzten Pausen. Auch am Freitag wird das so sein. Nach der verkürzten Unterrichtszeit beginnt zu Hause das Home-Schooling.

Ab Montag gilt dann an der Laurentiusschule ein rollierendes System, weil auch die Kinder der Klassen 1 bis 3 wieder zur Schule müssen. „An jedem Tag nur ein Jahrgang“, erläutert Kathrin Sellmeier das Verfahren. Um das genau umsetzen zu können, wartete sie am Donnerstagmittag noch auf die Mail aus dem Kultusministerium – die 20. ihrer Art mit Anweisungen in Corona-Zeiten. „Bis Freitag soll alles fertig sein. Zudem müssen noch alle Eltern über das neue System informiert werden.“

Und dazu müsse noch geplant werden, welche Lehrerinnen – es gibt an der Laurentiusschule nur Frauen im Kollegium – wie eingesetzt werden können. Vier aus dem Team seien mit bestimmten Homeoffice-Aufgaben betraut – weil Risikogruppe. Und: „Wir haben eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind – aktuell 16 Kinder in drei Gruppen.“

Eine regulären Schulbetrieb werde es bis zu den Sommerferien nicht mehr geben. Das „Lernen auf Distanz“ sei auf vielen Ebenen eine vielfältige Herausforderung, ist sich die Konrektorin sicher.

Auch mit trauriger Konsequenzen für die Viertklässler: Die vorgesehene Abschlussfahrt muss ebenso ausfallen wie das geplante Abschlussfest. „Allein das den Kindern sagen zu müssen, tut schon weh.“

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