Autokino auf dem Parkdeck des Einkaufszentrums „Kerkmann-Platz“
Danke an die „Helden des Alltags“

Autokino gibt es ab dem Wochenende in Ahlen nicht nur am Wersestadion, sondern auch auf dem obersten Parkdeck des Einkaufscenters am Kerkmann-Platz. Initiator ist das Autohaus Weber.

Donnerstag, 07.05.2020, 17:24 Uhr
Abwechslung und Gemeinschaftserlebnisse bieten wollen (v.l.) Dirk Weber, sein Mitarbeiter Justus Hagemann, Uwe Kloß („Mobilsound“), Roland Klein (Sparkasse) und Michael Vorderbrüggen (Volksbank) mit dem Autokino auf dem Kerkmann-Parkdeck. Foto: Peter Harke

AhlenNicht nur in der Nachbarstadt Hamm gibt es jetzt, wie berichtet, Autokino im Doppelpack. Auch in Ahlen werden am kommenden Wochenende an zwei Standorten Lichtspieltheater unter freiem Himmel eröffnen. Doch während das „Cinema“ vom Alten Hof, wo seit Mitte März die Leinwände dunkel bleiben müssen, nun sozusagen zum Werse­stadion umzieht und dort täglich aktuelle Filme zeigen will, verfolgt die „Weber Arena“ auf dem obersten Parkdeck des Einkaufszentrums „Kerkmann-Platz“ (ehemals „Marktkauf“) ein anderes Konzept und soll nach den Worten von Dirk Weber „keine Konkurrenzveranstaltung“ sein.

Frequenzvergabe hat gedauert

Ursprünglich, so der Geschäftsführer des Autohauses Weber, habe man schon am 1. Mai an den Start gehen wollen, dann aber länger als vermutet auf die vor vier Wochen beantragte Vergabe ei­ner UKW-Frequenz für die Tonübertragung übers Autoradio warten müssen. „Die haben wir nun am Montag endlich von der Bundesnetzagentur bekommen.“ Uwe Kloß und sein „Mobilsound“- Team konnten mit Un­ter­stützung durch Michael Mischke („Campus IT“) mit dem Aufbau der LED-Wand loslegen. Der sich etwas schwieriger gestaltet als bei de­ren erstem Einsatz während der Fußball-EM 2016 im Stadion von Rot-Weiß Ahlen. „Wir bekommen ja keinen Kran oder Hubsteiger hier rauf“, erklärt Kloß, also sei mehr Kletterei angesagt, um das Gerüst und die 24 Bildschirmmodule zusammenzusetzen.

Gemeinschaftserlebnisse bieten

Während die Techniker schwitzen, erzählt Dirk Weber, wie „cool“ er die Idee fand, mit der einige Mitarbeiter auf ihn zugekommen seien. Die Idee nämlich, trotz des mindestens noch bis zum 31. August geltenden Verbots größerer öffentlicher Veranstaltungen den Ahlenern zumindest etwas Abwechslung und Gemeinschaftserlebnisse zu bieten und insbesondere auch den „Helden des Alltags“, die in der Coronakrise im Gesundheitswesen, im Handel und an vielen anderen „Fronten“ ihren Mann und ihre Frau stehen, etwas zurückzugeben.

Also sind zum Auftakt am Samstag, 9. Mai, persönliche Einladungen an die Ärzte und das Pflegepersonal des St.-Franziskus-Hospitals sowie an die Kassiererinnen von zunächst zwei Ah­lener Lebensmittelmärkten ergangen. Mit ihnen will ab 17 Uhr erst Pfarrer Willi Stroband eine Maiandacht feiern, bevor um 19 Uhr der Film „Schneeflöckchen“ über den 30 Quadratmeter großen Monitor flimmern wird. Der Fantasy-Horror-Thriller wurde 2017/18 von der Berliner Firma „Mavie Films“ produziert, die im Herbst vergangenen Jahres in Ahlen die Krimikomödie „Faking Bullshit“ gedreht hat. „Davon hätten wir natürlich gerne auch ein paar Ausschnitte präsentiert“, sagt Dirk Weber, „aber der Trailer ist noch nicht fertig.“ Doch die Besetzung von „Schneeflöckchen“ ist teilweise identisch: Der Ahlener Adrian Topol spielt ebenso mit wie Erkan Acar oder der aus der „Heute-Show“ bekannte Alexander Schubert, der bei „Faking Bullshit“ Regie geführt hat. Und es sollen vielleicht in den nächsten Wochen noch weitere Streifen von „Mavie Films“ in der „Weber Arena“ laufen, in der jeweils 80, maximal 85 Fahrzeuge Einlass finden können, mit 1,5 Meter Abstand. Als „Platzanweiser“ fungieren die Handballer der Ahlener SG.

Geplant sind aber auch andere Veranstaltungsformate, so zum Beispiel Live-Multivisionsshows. Fix ist bereits der 15. Mai als Termin für „Das große Bulli-Abenteuer“ von Peter Gebhard. Uwe Kloß kann sich ebenso gut Auto-Konzerte vorstellen, mit lokalen Bands, die zurzeit ja alle sonst keine Auftrittsmöglichkeiten hätten. Womöglich könnte man auf die Weise die Reihe „Tralla-City“ doch noch in abgespeckter Form retten. Kloß findet jedenfalls: „Der Platz ist ideal.“ Für die Möglichkeit, ihn zu nutzen, dankt Dirk Weber dem Eigentümer des Kerkmann-Centers, Anton Neuhaus, für finanzielle Un­terstützung, die es erlaubt, auf Eintrittsgelder zu verzichten, den örtlichen Banken. Roland Klein (Sparkasse) sieht in der Aktion eine Chance, den Menschen „ein Gefühl der Normalisierung zu vermitteln“. Michael Vorderbrüggen (Volksbank) zollt Dirk Weber Respekt: „Hut ab, diese organisatorische Mammutaufgabe anzugehen!“ Er drücke die Daumen, „dass es die erhoffte Resonanz findet“. Davon hängt ab, über welchen Zeitraum die „Arena“ bespielt wird. „Wir planen erst einmal für vier Wochen, vielleicht auch länger“, will Dirk Weber sich noch nicht festlegen.

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