Traditionen leben im Altenheim Maria Rast trotz Corona
Miteinander durch die schwere Zeit

Telgte -

Im Altenheim Maria Rast sind die Verantwortlichen trotz der Einschränkungen durch Corona bemüht, einen halbwegs normalen Ablauf zu gewährleisten.

Freitag, 08.05.2020, 10:48 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 11:24 Uhr
Der Maibaum wurde wie in den vergangenen Jahren auch in dieser schwierigen Zeit gerichtet. Die Bewohner konnten mit ihren Verwandten skypen. Foto: Maria Rast

Die Corona-Pandemie beeinflusst momentan das Leben aller im Altenheim Maria Rast – auch wenn es im direkten Umfeld keine Erkrankungen gibt. Das erleben vor allen Dingen die Bewohner der Senioreneinrichtung hautnah. Im Altenheim Haus Maria Rast gab es seit acht Wochen zunächst Besuchseinschränkungen und seit sieben Wochen ein totales Besuchsverbot. Ein direkter körperlicher Kontakt war leider nicht möglich, wohl aber der Kontakt mit Abstand am gekippten Zimmerfenster oder am eigens dafür eingerichteten „Besucherfenster“, zu dem man sich in der Verwaltung des Altenheims anmelden kann, heißt es in einer Pressemitteilung des Seniorenheims. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die von Bund Ländern beschlossenen Erleichterungen die Vereinsamung ein wenig lindern werden.

Die Mitarbeiter des Hauses Maria Rast haben während der vergangenen Wochen überlegt, wie sie die fehlenden Sozialkontakte auffangen können. Die Kontaktsperre bedeutete zunächst nicht zugleich eine Ausgangssperre. Die Bewohner konnten miteinander Spazierengehen oder wurden von Mitarbeitern des Altenheims begleitet. Häufig viel öfter als sonst…

Zwar fanden keine wohnbereichsübergreifenden Angebote mehr statt, dafür standen Gruppen mit bis zu fünf Teilnehmern auf dem Wochenplan. Angebote zur Erhaltung von Kraft und Balance und zur Sturzprophylaxe wurden sogar häufiger und intensiver veranstaltet. Die Betreuung in den einzelnen Wohngemeinschaften hat mehr an Gewicht gewonnen.

Der Aufruf an die Bevölkerung, den Bewohnern zu schreiben und Bilder zu malen, stieß auf riesige Resonanz. Etliche Menschen, Jung und Alt, schreiben seit Wochen immer wieder und rufen zum gemeinsamen Durchhalten der Situation auf.

Die Möglichkeit, montags bis freitags zwischen 9 und 15 Uhr Dinge am Verwaltungsfenster abzugeben oder entgegenzunehmen werde ebenfalls viel genutzt.

Auch neue Medien und moderne Technik werden eingesetzt, um den Kontakt zur Familie und zu Freunden nicht zu verlieren. Die Mitarbeiterinnen des Sozialen Dienstes helfen beim Skype-Kontakt oder anderen Möglichkeiten der Video-Telefonie und begleiten die Besuche am „Besucherfenster“.

Bei gutem Wetter ist der Innenhof des Altenheims ideales Zentrum für gemeinsame Aktivitäten. Dort spielten schon Musiker des Symphonieorchesters Münster.

Zudem wurde wie in jedem Jahr der Maibaum gerichtet. Das traditionelle Maisingen und der anschließende „Tanz in den Mai“ verteilten sich einfach auf mehr Stellen.

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