Ehrenamt
Mehr als 400 Fahrräder für den guten Zweck repariert

Nottuln -

Das Angebot war über mehrere Jahre eine große Bereicherung. Nun hat der Bedarf nachgelassen. Die ehrenamtliche Fahrradwerkstatt Nottuln löst sich auf.

Samstag, 09.05.2020, 06:46 Uhr aktualisiert: 09.05.2020, 06:50 Uhr
(Symbolbild) Foto: Matthias Ahlke

Es ist eine stolze Bilanz: Die ehrenamtliche Fahrradwerkstatt Nottuln hat in den vergangenen fünf Jahren rund 420 reparierte Damen-, Herren- und Kinderfahrräder gegen eine Schutzgebühr an Flüchtlinge und Menschen in schwierigen finanziellen Verhältnissen abgegeben. Das berichtet der Nottulner Michael Keimburg als Sprecher der Gruppe. Nun hat die Fahrradwerkstatt ihre Arbeit eingestellt. „Der Bedarf war einfach nicht mehr vorhanden“, schildert Keimburg.

Die ehrenamtliche Fahrradwerkstatt Nottuln wurde 2015 gegründet, als zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland und damit auch nach Nottuln kamen. „Es ging darum, den Geflüchteten auf eine nachhaltige Weise ein gewisses Maß an Mobilität zu ermöglichen“, erzählt Michael Keimburg. Eine Heimat fand die Gruppe bei der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde in Nottuln. Die Hütte im Garten des Johanneshauses wurde das Domizil. Dort lagerten Werkzeug, Ersatzteile und Fahrräder.

Unterstützt wurde die Gruppe auch von der Bevölkerung. „Wir haben in den vergangenen Jahren knapp 500 Fahrräder gespendet bekommen“, betont Michael Keimburg. Er und die weiteren Mitglieder danken allen Bürgern für diese Unterstützung und der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Mit viel Einsatz reparierte die Gruppe, der zeitweise bis zu sieben Helfer angehörten und die sich an zwei Tagen in der Woche traf, die Fahrräder und machte sie wieder verkehrstüchtig. Gegen eine Schutzgebühr wurden die Fahrräder abgegeben. Mit dem Geld wurden Werkzeuge und Ersatzteile finanziert.

Mit ihren Engagement unterstützte die Fahrradwerkstatt nicht nur Menschen in der Gemeinde. Über das Kleiderstuben-Team der ev. Gemeinde ergab sich auch ein Kontakt zur Obdachenlosenhilfe Dortmund. Diese unterstützte die Fahrradwerkstatt mit Werkzeug, Ersatzteilen und Fahrrädern.

Nun, da der Bedarf immer geringer wurde, hat die Gruppe entschieden, die Werkstatt aufzulösen und dies noch einmal mit einem guten Zweck zu verbinden. Das vorhandene Geld aus der Schutzgebühr wurde zu gleichen Teilen an die Hilfsorganisationen Pro Asyl, Aufbau Eri­trea, SOS Kinderdorf und Kindernothilfe gespendet.

Werkzeuge, Ersatzteile und noch vorhandene Fahrräder gingen an die ehrenamtliche Fahrradwerkstatt in Schapdetten.

 

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