Euregio-Schule setzt auf Digitalisierung
Corona trennt – das Netz verbindet

Epe -

Die Euregio-Schule setzt auf Digitalisierung. Was das gerade in Zeiten der Corona-Krise bedeutet, erläutert Schulleiterin Dagmar Dengler.

Freitag, 05.06.2020, 07:36 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 08:03 Uhr
In den Klassenräumen sitzen die Kinder mit entsprechendem Abstand und nutzen digitale Medien wie in diesem Fall i-Pads. Foto: Euregio-Schule Epe

Schon vor der Corona-Krise haben digitale Medien im Unterricht an der Euregio-Gesamtschule in Epe eine wichtige Rolle gespielt. Neben digitalen Tafeln stehen der Schule mehrere Klassensätze i-Pads zur Verfügung, die in verschiedenen Jahrgängen zum Einsatz kommen. Zwei Computerräume, von denen einer in den vergangenen Wochen vollständig saniert wurde, runden die Möglichkeiten ab, die Schülerinnen und Schüler auf die digitale Zukunft vorzubereiten, so Schulleiterin Dagmar Dengler gegenüber den WN. Außerdem weist sie auf die Robotik-AG und den Informatikunterricht hin – beides Betätigungsfelder für Schüler mit entsprechendem Interesse.

Eine Saat, die nun aufgeht: Die erlernten Grundkenntnisse kamen jetzt vielen Lernenden zugute, die während der Corona-Pandemie ihre Aufgaben von zu Hause aus erledigen mussten, ist Dengler überzeugt. Zusätzlich seien die Kinder über die Lernplattform „moodle“ und weitere Lernprogramme unterstützt worden, die die Schule für die Arbeit am heimischen Schreibtisch zur Verfügung gestellt hat.

Schlumpfmütze und Ghettoblaster

Auch für Mädchen und Jungen, die zu Hause nicht über einen Computer und einen Drucker verfügen, hat die Gesamtschule kreative Lösungen gefunden: Sie wurden mit Arbeitsblättern versorgt und erhielten die Möglichkeit, die Aufgaben über ihr Handy abzurufen. Und wer auch das nicht wollte oder konnte, durfte die Aufgaben zu Hause im Heft lösen, abfotografieren und das Foto an die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer schicken. So sei ein reger E-Mail-Verkehr zwischen der Schule und der Schülerschaft entstanden. Eine Möglichkeit, Ergebnisse zurückzusenden, zu loben oder einfach den Kontakt aufrechtzuerhalten.

Zentrale Punkte des Konjunkturpaketes

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    Mit einem beispiellosen Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021 will die große Koalition Deutschland aus der Corona-Krise führen. Die Beschlüsse in der Kurzübersicht:

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  • Familien erhalten pro Kind einmalig 300 Euro. Der Bonus muss versteuert werden, er wird aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

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  • Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.

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  • Sozialversicherungsbeiträge werden bis 2021 bei maximal 40 Prozent gedeckelt.

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  • Kaufprämien für den Kauf klima- und umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge werden verdoppelt. Auch der Kauf von klimafreundlicheren Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen soll gefördert werden.

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  • Kommunen erhalten Kompensationen für wegbrechende Steuereinnahmen.

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  • Für Mittelständler und Soloselbstständige wird ein 25 Milliarden Euro schweres Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt.

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  • Unternehmen und Bürger sollen bei Energiepreisen entlastet werden.

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  • Unternehmen in Schieflage erhalten steuerliche Entlastungen.

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  • Anstehende Investitionen in die Infrastruktur werden vorgezogen.

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  • Mehr Geld für Forschung und Modernisierung bei Digitalisierung, Kommunikation, Hightech sowie Klima- und Energiewende.

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  • Verstärkte Eigenproduktion für wichtige Medizinartikel, Aufbau einer nationalen Notfallreserve für künftige Pandemien.

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  • Milliardeninvestitionen in Krankenhäuser.

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  • Unternehmen erhalten Prämien für Ausbildungsplätze.

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  • Höhere Steuern für Autos mit hohen Abgaswerten.

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  • Insolvenzverfahren sollen auf drei Jahre verkürzt werden.

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  • Für Kunst und Kultur soll es ein eine Milliarde Euro umfassendes Hilfsprogramm geben.

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  • Der Bund fördert den Ausbau von Kindergärten, Kitas und Krippen. Das Investitionsprogramm für den Ausbau von Ganztagsschulen und
    Ganztagesbetreuung wird beschleunigt.

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Während Dagmar Dengler mit dem Pressevertreter in ihrem Büro zusammensitzt, begehen die Zehntklässler, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, einen recht gedämpften Mottotag. Ein Schüler trägt eine Schlumpfenmütze, ein anderer hat einen Ghettoblaster dabei. Die Musik, die daraus über den Schulhof schallt, ist aber ebenfalls auf eine moderate Lautstärke eingestellt. Zudem tragen die Jugendlichen Masken und halten Abstand.

Persönlicher Kontakt fehlt

„Der Wille, sich an die Regeln zu halten, ist immens hoch“, lobt Dengler ihre Schüler. Diese gäben sich durchweg viel Mühe und seien rücksichtsvoll im Umgang mit Mitschülern und Lehrern. Auch die Eltern lobt sie: Mit Unterstützung und Verständnis hätten sie die Kinder unbeirrt durch die Krise gelotst. „Ohne diesen besonderen Beitrag hätte der häusliche ‚Schulalltag‘ nicht so gut funktionieren können“, so Dengler.

Neben den coronabedingten Schwierigkeiten, mit denen alle Schulen konfrontiert sind, hat die Euregioschule auch noch mit der Gebäudesituation zu kämpfen: Bis zur Schulschließung Mitte März wurde ein Jahrgang in Containern beschult. Doch trotz der zusätzlichen Schwierigkeit steckt an der Gesamtschule in Epe niemand den Kopf in den Sand. „Die Container nutzen wir zurzeit nicht, aber sie werden mit zusätzlichen Wasseranschlüssen ausgestattet“, berichtet Dagmar Dengler über den aktuellen Stand der Dinge und die Bemühungen, für alle Probleme pragmatische Lösungen zu finden.

Wie es nach den Ferien weitergehen wird, darüber kann die Schulleiterin – so wie ihre Kolleginnen und Kollegen – nur spekulieren. Eine Variante: Jeweils die halbe Klasse ist in der Schule, die andere Hälfte folgt dem Unterricht von zu Hause aus per Videokonferenz. Solchen Konferenzen komme schon jetzt eine immer größere Rolle zu, so die Schulleiterin. Trotzdem fehle allen – Schülern und Lehrern – der persönliche Kontakt. „Deshalb waren alle sehr erfreut, als man sich wieder Auge in Auge gegenüberstand – wenn auch mit gebührendem Abstand und einer Maske über Mund und Nase – und ein persönliches Gespräch führen konnte“, berichtet sie mit Blick auf die Zeit, als der Unterricht zumindest eingeschränkt wieder anlaufen konnte.

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