Warendorfer läuft 100 Kilometer am Stück
Das Ziel ist mehr als eine Linie

Warendorf -

Julian Tatje ist ein wirklich begeisterter Läufer. Eigentlich wollte der Diplom-Sportwissenschaftler Mitte Juni beim Lüneburger Ultralauf an den Start gehen. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde auch dieses Sport-Event abgesagt. Ausbremsen ließ sich Tatje davon aber nicht: Er legte seine bisher längste Strecke kurzerhand in Warendorf zurück.

Freitag, 05.06.2020, 12:00 Uhr
Ultraläufer Julian Tatje wurde auf jeder seiner fünf 20-Kilometer-Runden von Mitläufern unterstützt, motiviert und begleitet. Foto: privat

Ob es die Teilnahme an einem Volkslauf, an einem Triathlon oder eine neue Bestzeit ist – viele Sportler priorisieren für sich Ziele, die sie erreichen möchten, und erstellen sich dann einen individuellen Zeitplan, weiß Tatje. Zwischenziele helfen dabei, diesen langfristigen Zeitplan zu strukturieren, dienen der Erfolgskon­trolle und sorgen immer wieder für einen Motivationsschub.

Auch Sportveranstaltungen spielen hierfür oftmals eine bedeutende Rolle, denn durch den Zieleinlauf, die Medaille, die Zuschauer, die Urkunde und die gesamte Atmosphäre entsteht ein unvergessliches Erlebnis, auf das hingearbeitet wird.

100 Kilometer in knapp über 12 Stunden

Doch diverse Vorhaben und sportliche Ziele „platzten“ dieses Jahr wie Seifenblasen. Viele Sportveranstaltungen wurden gestrichen, Vereinsangebote lagen auf Eis. Sind die mühseligen Vorbereitung deshalb gleich umsonst? „Nein“, meint Julian Tatje. „Ziele sind ja meine eigenen, ganz persönlichen Herausforderungen und in meinem Herzen und in meinem Kopf fest verankert.“ Schließlich gehe es nicht einfach um das Überqueren der Ziellinie und darum, in einer Ergebnisliste aufzutauchen. „Den Laufsport, in dem Falle das Ultralaufen, mache ich ja nur für mich, nicht für andere.“

Deshalb lief der Warendorfer 100 Kilometer statt beim Lüneburger Ultralauf alleine in Warendorf. Fast ganz alleine. Denn auf jeder seiner fünf 20-Kilometer-Runden wurde er von Mitläufern unterstützt, motiviert und begleitet. Auch an der Strecke fanden sich einige Freunde ein. So beendete Tatje seinen bisher längsten Lauf nach 100,41 Kilometern in 12:07:34 Stunden. „Ein wirklich überragendes Erlebnis“, resümiert der Warendorfer.

Beratung und Trainingtipps

„Die Unterstützung der Lauffreunde auf den einzelnen Runden war fantastisch und absolut elektrisierend. Ohne diese wäre es eng geworden. Schöner und emotionaler hätte mein erster 100-Kilometer-Ultralauf nicht sein können.“

Diese Distanz absolvierte Tatje übrigens im Rahmen der „Ultimate Challenge 2020“, bei der es darum ging, vom 1. März bis zum 31. Mai insgesamt 1000 Kilometer zu laufen. Er schaffte am Ende der Challenge 1439 Kilometer in 92 Tagen, also durchschnittlich 15,64 Kilometer pro Tag.

Seine Erfahrungen in puncto Sport und realistischen Zielsetzungen gibt der Warendorfer gerne auch weiter. Wer mit dem Sport anfangen oder wieder anfangen möchte oder Unterstützung bei der individuellen Beratung oder Trainingstipps benötigt, kann sich an Julian Tatje per E-Mail an tatje@web.de wenden. Er plant auch Laufkurse für Anfänger und Fortgeschrittene.

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