Bergfreibad: Stadtwerke ziehen positive Zwischenbilanz
Schon mehr als 6000 Besucher

Ochtrup -

Seit zwei Wochen läuft der Betrieb im Bergfreibad als Schichtsystem. Die Stadtwerke verzeichneten mehr als 6000 Besucher. Das Konzept scheint aufzugehen, die Bilanz fällt positiv aus.

Dienstag, 09.06.2020, 05:59 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 06:01 Uhr
Zwei Wochen nach der Eröffnung des Ochtruper Bergfreibades ziehen die Stadtwerke eine positive Bilanz. Foto: Anne Steven

Mehr als 100 Anrufe hat Stadtwerke-Mitarbeiter Tobias Klingebiel seit der Öffnung des Bergfreibades von anderen Bäderbetrieben bekommen. Sie alle wollten wissen, wie im Ochtruper Schwimmbad die Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Das Konzept aus der Töpferstadt scheint sich als Erfolgsmodell herumgesprochen zu haben. Die Anrufer kamen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie Klingebiel stolz berichtet.

Mehr als 6000 Besucher trotz Corona-Maßnahmen

Seit zwei Wochen darf in der frisch sanierten Anlage auf dem Ochtruper Berg wieder geschwommen werden – mit Abstand und im Schichtbetrieb. Mehr als 6000 Besucher verzeichneten die Stadtwerke seitdem. Etwa fünf Prozent kamen nicht aus der Töpferstadt. „Die Resonanzen sind fast immer sehr gut“, freut sich auch Betriebsleiter Robert Ohlemüller. Klar, die Maßnahmen seien noch immer drastisch. Jeder Schwimmer – egal ob Kind oder Erwachsener – muss sich vor einem Schwimmbadbesuch online für eine bestimmte Schicht anmelden und darf maximal zwei Stunden in der Anlage verweilen. Doch genau das funktioniert offenbar gut. „Das ist astrein. Alle wissen, worum es geht“, lobt Schwimmmeister Alexander Ahmad das Verhalten der Badegäste. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Björn Bendias und Stefan Pohhuis behält er den Betrieb ganz genau im Blick. „Die Attraktionen wie der Sprungturm und die große Rutsche sind meistens geöffnet. Es sei denn, es wird zu voll“, betont Björn Bendias. Die Schaukelbucht und die neuen Massagedüsen im Nichtschwimmerbereich, die im zehnminütigen Intervall geschaltet sind, kommen bei den Freibadbesuchern besonders gut an.

Eingangskontrollen

Bei den Eingangskontrollen habe es anfangs ein paar Verzögerungen gegeben, erzählt Alexander Ahmad. Viele Besucher hatten noch Fragen, das Eintrittsgeld musste gewechselt werden, einige hatten ihre Ausweise vergessen. Doch auch dort seien die Abläufe mittlerweile optimiert. Ahmad erinnert noch einmal alle Besucher daran, zum Abgleich mit der Anmeldeliste einen Ausweis mitzubringen. „Es reicht auch eine Kopie“, ergänzt Björn Bendias. Bei Kindern genüge ein Schülerausweis oder eine Kopie der Krankenkassenkarte.

Besonders gefragt, sind die beiden Schwimmschichten zwischen 12 und 17 Uhr. Dann kämen vor allem Familien mit Kindern ins Bergfreibad, erzählt Robert Ohlemüller. Er sitzt jede Woche mit dem Freibad-Team zusammen. Dann wird besprochen, wie es läuft und welche Lockerungen möglich sind. So werde die Anzahl der Badegäste für das genannte Zeitfenster von 100 auf 110 Personen aufgestockt. „Wir testen das“, betont Ohlemüller.

Duschen gehen in Betrieb

Letzteres gilt auch für den Betrieb der Duschen. Beide Maßnahmen greifen ab dem morgigen Mittwoch. Dann haben Badegäste die Möglichkeit, zumindest drei der vorhandenen vier Duschen mit heißem Wasser auf jeder Seite der Umkleidekabinen zu nutzen. „Wir werden das entsprechen absperren“, kündigt Alexander Ahmad an.

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Die Schwimmmeister rücken nach wie vor im Anschluss an jede zweistündige Schwimmschicht zu einer 60-minütigen Reinigungsaktion aus. Umkleiden, Spinde, sämtliche Handläufe und Türklinken, die sanitären Anlagen und auch die Sitzgelegenheiten müssen desinfiziert werden. Mittlerweile sei die benötigte Zeit hierfür gut abzuschätzen, so dass nun auch die Duschen freigegeben werden können. Am Montagvormittag steht zudem die Grundreinigung der Anlage auf dem Programm. Dann kommt unter anderem der Saugroboter zum Einsatz.

Freibad-Kiosk ist geöffnet

Seit Ende Mai ist auch der Freibad-Kiosk wieder geöffnet. „Das war ein Kampf“, seufzt Robert Ohlemüller. Immerhin: In Absprache mit dem Gesundheitsamt darf die Gastronomie nun öffnen – ohne, dass Besucher sich dort registrieren müssen. Denn das sind sie ja bereits.

Eine weitere Neuerung ist die Schnellschwimmerbahn. Dort können sportlich-ambitionierte Badegäste künftig in schnellerem Tempo ihre Bahnen ziehen. Apropos: Rasant schnell ausgebucht war übrigens das Abendschwimmen mit Unterwasserbeleuchtung am Freitag (12. Juni) ab 21 Uhr. Gerade einmal sieben Minuten dauerte es, ehe alle Plätze vergeben waren. „In dieser Zeit waren mehr als 700 Besucher auf unserer Webseite“, hat Tobias Klingebiel die Statistik ausgewertet.

Schwimmkurse laufen wieder an

Nach und nach arbeiten die Schwimmmeister die Listen der bereits gebuchten Schwimmkurse für Kinder ab und rufen die Eltern an, um die neue Kursstruktur umzusetzen. Derzeit lernen die Mädchen und Jungen, die in diesem Jahr sechs Jahre alt werden, in Mini-Einheiten zu je fünf Teilnehmern Schwimmen. „Jedes Kind braucht eine Begleitperson“, erklärt Björn Bendias das Prozedere. Aktuell laufen zwei Kurse, es sollen aber noch weitere folgen.

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