„Falsche Polizisten“ und Enkeltrick
Neue Masche: Opfer soll die 110 wählen

Kreis Warendorf -

Dreister Betrug: Falsche Polizisten forderten ihr Opfer auf, die 110 zu wählen, um sicherzustellen, dass tatsächlich die Polizei am Draht ist. Der Senior ging darauf ein - und verlor viel Geld.

Mittwoch, 10.06.2020, 11:52 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 12:24 Uhr
Foto: dpa (Symbolbild)

Dass Betrüger sich als Polizisten ausgeben, ist nicht neu. Aber dass die Betrüger ihr Opfer sogar noch auffordern, die 110 zu wählen, um sicher zu sein, die Polizei am Draht zu haben, ist schon besonders dreist. Doch genau so lief es ab, als am Dienstag ein Senior im Kreis Warendorf ausgetrickst wurde.

Die vermeintlichen Polizisten hatten sich als Mitarbeiter eines Raubdezernats ausgegeben. Dem Mann wurde vorgegaukelt, dass er überfallen werden sollte. Diese Behauptung untermauerte der Betrüger durch das Vorspielen eines gestellten Tonmittschnitts. Um die Echtheit zu bestätigen, sollte der Betrogene die 110 wählen. Durch ein technisches Verfahren landete der Senior dabei erneut bei den Betrügern, die die vermeintliche echte Identität des falschen Polizisten bekräftigten.

Betrug leider erfolgreich

Der ältere Mann ging den Betrügern auf den Leim und stellte – wie gefordert – eine Tasche mit Bargeld vor seine Haustür, die dann von einer Frau abgeholt wurde. Daraufhin meldeten sich die falschen Polizisten erneut und teilten mit, dass die Täterin samt Geld gefasst worden sei. Das war eine Lüge, wie sich später bei einem Anruf bei der echten Polizei herausstellte.

Mehrere Betrugsversuche in der Region

Gleich mehrere Hinweise zu Betrugsversuchen wie „Falscher Polizeibeamter“ und „Enkeltrick“ erhielt die Polizei am Dienstag. Die Beamten erinnern deswegen an einen Fall, der sich kürzlich ereignete. Dabei gelang es Betrügern, einen Senior zu überzeugen, dass seine Enkelin nach einem Verkehrsunfall Geld für eine Reparatur benötigte. Es folgten mehrere Anrufe, bei denen verschiedene Personen eingebunden wurden. Letztlich übergab der Mann Geld an einen vermeintlichen Mitarbeiter einer Werkstatt.

Um gegen beide Betrugsmaschen gewappnet zu sein, empfiehlt die Polizei:

  • Beenden Sie solche Telefonate und gehen Sie nicht auf die Forderungen ein.
  • Rufen Sie die Polizei.
  • Händigen Sie Unbekannten nie Bargeld und Wertgegenstände aus.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen über die Masche.
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