Baugebiet Nördlich Schwarzer Weg: Bündnis fordert Verbot von Schottergärten
„Für Insekten völlig wertlos“

Lienen/Kattenvenne -

Reichlich Steine, dazwischen vielleicht ein paar Gräser, eventuell auch mal ein Blümchen. Mehr aber auch nicht. Andernfalls könnten die paar Quadratmeter vor der Haustür ja in Arbeit ausarten. Und genau das soll ein Schottergarten in den allermeisten Fällen eben nicht. Was in anderen Orten schon für kontroverse Diskussionen gesorgt hat, beschäftigt jetzt auch in Lienen Politik und Verwaltung.

Montag, 15.06.2020, 17:26 Uhr
Nicht immer sind Schottergärten so ausgesprochen einfallslos wie dieser. Allen ist jedoch gemein, dass ihr ökologischer Nutzen gen Null tendiert. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Anlass ist ein entsprechender Antrag, den das Bündnis für Ökologie und Demokratie im Zuge der Planungen für das neue Baugebiet Nördlich Schwarzer Weg in den Haupt- und Finanzausschuss eingebracht hat. In dem heißt es wörtlich: „Die nicht überbauten Flächen einschließlich sind unter vorrangiger Berücksichtigung der vorhandenen Baum- und Gehölzbestände zu begrünen, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Nutzung, wie Stellplätze, Spiel- und Aufenthaltsflächen benötigt werden. Dabei sind standortgerechte und nach Möglichkeit heimische Gehölzarten zu verwenden. Nicht zulässig sind insbesondere geschotterte Steingärten.“ Letztere stellten ein großes Problem angesichts der immer stärkeren Trockenheit und Hitze vor allem in den Sommermonaten dar. Schottergärten führten zu einer zusätzlichen Aufheizung, zudem seien sie für heimische Insektenarten völlig wertlos. Erfahrungen zeigten ferner, dass sie auf Dauer eben nicht pflegeleichter als andere Gärten sind.

Die weiteren textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans will das Bündnis unter anderem ergänzt haben um die Pflicht zum Nachweis von Fahrradstellplätzen bei Mehrfamilienhäusern. Ausführlich diskutiert werden soll darüber im nächsten Planungs- und Bauausschuss.

Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Bündnis mit seinen Anliegen wohl nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen wird. FDP-Mann Karsten Antrup machte im Hauptausschuss schon mal deutlich, dass er für derlei Regulierungen keine Notwendigkeit sieht, auch wenn er persönlich kein Freund von Schottergärten sei. Auch in Sachen Fahrradstellplätze sieht er keinen Handlungsbedarf. Das sei ausschließlich Sache der Investoren oder Bauherren.

CDU-Fraktionssprecher Michael Stehr kündigte an: „Wir werden da im Planungs- und Bauausschuss was zu sagen.“ Sein Tonfall ließ allerdings erahnen, dass er den Bündnis-Vorschlägen zumindest skeptisch gegenübersteht.

Nachrichten-Ticker