Stephan Lendring wurde am Samstag nach 500 Kilometern von seinen Nienborger Kameraden empfangen
Zurück „mit Pipi in den Augen“

Nienborg -

Feuerwehrmann Stephan Lendring vom Löschzug Nienborg hat es gepackt: Unglaubliche 500 Kilometer ist der Hüne kreuz und quer durch den Kreis Borken gelaufen. Im Urlaub, in voller Feuerwehrmontur und für den guten Zweck.

Montag, 22.06.2020, 18:54 Uhr
In voller Montur legte Foto: Löschzug Nienborg

Doch nicht nur wegen der bemerkenswerten Spendensumme sind dem 53-Jährigen bei der Rückkehr am vergangenen Samstag die Tränen gekommen.

„Überragend!“, lautete sein erstes Fazit. „Ich habe viele interessante Dinge gesehen, nette Leute kennengelernt und die Spendensumme ist viel höher, als ich es mir jemals erträumt hätte.“

Gegen 15 Uhr erreichte Lendring mit strammen Schritten und in Begleitung einiger Wehrkameraden, Unterstützern sowie Landrat Dr. Kai Zwicker das Nienborger Feuerwehrgerätehaus, an dem die Kameraden des Löschzugs bereits Spalier standen.

Einfach weiter marschiert

Doch statt anzuhalten marschierte er einfach weiter. Mehr noch: Er beschleunigt das Tempo. „Mir fehlten noch 100 Meter, um genau 500 Kilometer zu schaffen. Ohne diese Meter hätte ich für mich keinen Abschluss gefunden“, erklärter der „Hightower“ genannte Neinborger anschließend. Erst danach kehrte er zum Empfangs-Komitee zurück. „Ich hatte schon Pipi in den Augen. Es hat mich sehr bewegt. Damit hatte ich nicht gerechnet“, kommentierte Lendring hörbar gerührt seinen Empfang. Aus dem eigentlichen Plan, still und leise nach Hause zurückzukehren und einfach ins Bett zu fallen, wurde nichts. „Das so erleben zu dürfen, ist einfach unbeschreiblich“, so der 53-Jährige.

Am 8. Juni startete Stephan Lendring seinen Spenden-Marsch – in der vollen, rund 25 Kilo schweren Feuerwehrmontur. Jeder, der wollte, konnte ihn mit einer Spende pro gelaufenem Kilometer oder mit einer Einmal-Spende unterstützen. Mit dem Geld werden die Join-4-Energy-Stiftung in den Niederlanden sowie ein soziales Projekt im Kreis Borken unterstützt.

Schon fast 4200 Euro

Übernachtet wurde im Zelt, Gästezimmern oder überall dort, wo es Unterstützer ermöglichten. Bis auf drei Nächte habe das, so Lendring, auch super geklappt – unter anderem im Gästezimmer einer Familie in Vreden. Sein persönliches Unterstützerteam um Martin Schulz von der Freiwilligen Feuerwehr Gronau brachte seine persönlichen Utensilien zum jeweiligen Schlafplatz nach. Laut eigener Aussage hat Stephan Lendring in den knapp zwei Wochen nur zwei Kilo Gewicht verloren.

Das tolle Spendenergebnis der „Quälerei“: 4183,38 Euro – bis jetzt. „Bis Ende der Woche warte ich noch ab. Einige haben noch Spenden in Aussicht gestellt.“ Wer noch spenden möchte, kann sich immer noch an den Feuerwehrmann wenden.

Dass Stephan Lendring mit seiner Aktion viel Aufmerksamkeit erzeugte, zeigte sich nicht nur einmal. „Landrat Kai Zwicker hat mich beispielsweise bei Facebook angeschrieben und gefragt, ob er mich auf meiner letzten Etappe begleiten dürfe“, freut sich der Feuerwehrmann.

Eine rührende Szene erlebte er in Münster: Dort saß der 53-Jährige für eine Stärkung in einem Café. Natürlich in voller Feuerwehrmontur. „Da hat mich eine ältere Dame angesprochen, warum ich da in diesem Outfit sitze“, erzählt Lendring. „Ich habe ihr erklärt, was ich mache.“ Und obwohl die Dame sagte, dass sie nur eine ganz kleine Rente bekomme und somit nicht viel geben könne, habe sie dennoch vier Euro gespendet. „Das hat mich schon wirklich sehr berührt“, blickt Stephan Lendring zurück.

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