Alte Viehstraße: Anwohner fordern Verkehrssicherheit
„Ohne Rücksicht wird gebrettert“

Senden -

Die Anwohner der Alten Viehstraße sind besorgt um die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Radfahrer.Denn etliche Pendler, die die Strecke als Abkürzung zwischen Senden und Münster nutzen, fahren schnell und rücksichtslos. Im März hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Nun soll eine Verkehrsberuhigung her.

Mittwoch, 01.07.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 13:42 Uhr
Lukas Eberhard (r.) überreichte die Unterschriften und den Bürgerantrag der Anwohner der Alten Viehstraße an Bürgermeister Sebastian Täger (l.) und Sachgebietsleiter Stefan Vorspohl. Foto: Siegmar Syffus

Lukas Eberhard wohnt mit seiner Frau und seinem sechs Monate alten Sohn an der Alten Viehstraße – mit vier Generationen unter einem Dach, mitten im Grünen, eigentlich eine schöne Wohnlage. Doch der Schein trügt. Denn der nur etwa drei Meter breite Wirtschaftsweg in der Bauerschaft Bredenbeck wird werktäglich von über 1000 Berufspendlern nach Münster und als Zubringer zur Autobahn genutzt.

„Ohne Rücksicht wird gebrettert. Niemand hält sich an die Regeln“, resümiert Eberhard, der am Mittwoch (1. Juli) im Rathaus einen Bürgerantrag mit 90 Unterschriften an Bürgermeister Sebastian Täger und Sachbereichsleiter Stefan Vorspohl überreichte. Die Anwohner fürchten um ihre Sicherheit sowie um die Sicherheit der vielen Radfahrer, die die Alte Viehstraße nutzen.

Auslöser der Initiative war letztendlich ein Verkehrsunfall, der sich Anfang März ereignet hat: „Ein schwer verletzter Radfahrer lag blutend vor unserer Tür. Er ist mit etwa 80 km/h von einer Autofahrerin angefahren worden“, berichtet Eberhard. Vor etwa drei Jahren habe ein Auto mit hoher Geschwindigkeit einen anderen Pkw gegen seine Hauswand gekickt, die beschädigt und zum Teil erneuert werden musste. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann ein schwerer Unfall geschieht“, fürchtet der 36-Jährige. „Eigentlich dürften Radfahrer nicht überholt werden. Denn der laut Verkehrsordnung geltende Abstand von mindestens zwei Metern kann gar nicht eingehalten werden – da ist der Straßengraben.“

Vor diesem Hintergrund beantragen die Anwohner eine Tempo-50-Beschränkung im unteren Bereich der Viehstraße sowie einen Fahrbahnschweller in einem Abstand von circa 200 Metern vor der Osthofstraße. Ebenso sollte eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h im Bereich des Überholverbots in der langgezogenen Kurve der Osthofstraße eingerichtet werden. Über zu schnelles und rücksichtsloses Fahren klagen auch die Anwohner des Huxburgweges (WN berichten). „Dort hat der Kreis die vorgeschlagenen Maßnahmen skeptisch beurteilt und sieht wenig Möglichkeiten zur Dämpfung der Geschwindigkeit im Außenbereich“, verweist Sachbereichsleiter Stefan Vorspohl auf die Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde in Coesfeld. „Wir sind nicht allein entscheidungsberechtigt“, bestätigt Bürgermeister Sebastian Täger. Gleichwohl werde der Bürgerantrag nach den Sommerferien in die politischen Ausschüsse der Gemeinde eingebracht und wohlwollend geprüft werden. „Schon vorab werden wir Kontakt mit der Straßenverkehrsbehörde aufnehmen“, versicherte Täger.

Größere Hoffnung als auf diesen Weg setzt der Bürgermeister auf ein anderes Verfahren. Statt einer Einzellösung soll ein „konzeptioneller Ansatz“ verfolgt werden, von dem auch der Huxburgweg profitieren könne: Ziel der Kommunen in der Stadtregion Münster ist es, durch sogenannte Velorouten die Verkehrsanbindung für Radfahrer angenehmer und vor allem sicherer zu gestalten. Die Stadt Münster plane eine solche Verbindung vom Aasee bis zur Sendener Gemeindegrenze im Bereich der Einmündung zu Haus Ruhr, sagt Täger. An diese Veloroute könnten die Alte Viehstraße und auch die Huxburg als Verlängerung auf Sendener Seite angebunden werden. „Das könnte eine Anordnung zur Fahrradstraße zur Folge haben“, erläutert der Bürgermeister. Auf einer solchen Fahrbahn haben Fahrräder grundsätzlich Vorfahrt. Es könnte Tempo 30 vorgeschrieben werden sowie „Durchfahrt verboten, Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr frei“ gelten. Wie lange ein solches Prozedere dauert, ist allerdings offen. Es hängt von den münsterischen Planungen und der Einschätzung der Verkehrsbehörden ab.

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