Gempt-Halle kann mit kleinen Veranstaltungen nicht überleben
Nach gutem Start sieht‘s düster aus

Lengerich -

Das Jahr 2020 lief gut für die Gempt-Halle – bis das Coronavirus zum Zwangsstopp führte. Wann wieder Veranstaltungen dort laufen, steht in den Sternen. Nur im Normalbetrieb, so Hallenmanager Michael Rottmann, könnte nach einigen Monaten wieder eine Schwarze Null erzielt werden.

Mittwoch, 01.07.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 17:26 Uhr
Das waren noch Zeiten, als beim Lengericher Lenz der Automarkt rund um die Gempt-Halle stattfand. Foto: Klaus Hartwig

So erfreulich das Jahr 2019 für die Gempt-Halle gelaufen ist, so düster sind die Aussichten für das laufende Jahr. Aus einem – nur dank Spenden möglichen – kleinen Überschuss im vergangenen Jahr von addiert 2578,98 Euro für Bürgerstiftung Gempt und Gempt GmbH wird in diesem Jahr ein dickes Minus.

Die Gründe liefert Hallenmanager Michael Rottmann in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie sind alle Veranstaltungen abgesagt worden. Schlimmer noch aus seiner Sicht: „Für dieses Jahr ist nichts mehr planbar.“ Dabei war der Jahresauftakt durchaus vielversprechend. Die Messe „Klasse Klima“ sei gut gelaufen, berichtet er. Und auch der Terminkalender steuerte auf eine Auslastung wie in den Vorjahren hin.

Die Situation ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.

Michael Rottmann, Hallenmanager

Alles Makulatur. Weder Abiball noch Oldie-Party, keine Konzerte, kein Theater – seit Anfang März läuft nichts mehr in der einstigen Industriehalle. Fünf Mal Kinder- beziehungsweise Puppentheater, ein Musikschul-Konzert, eine Veranstaltung in der Reihe „Band im Bistro“, das war‘s.

Seit Mitte März laufen die Kosten, ohne dass Einnahmen erzielt werden. Kurzarbeit im Büro, Stundenreduzierung bei den Hallenwarten, den Service auf Null runtergefahren. „Wir haben sofort alles mögliche unternommen, um die Kosten runterzufahren“, versichert Michael Rottmann.

In normalen Jahren, wenn die Gempt-Halle für gut 160 Veranstaltungen gebucht wird, liegen die laufenden Kosten pro Monat zwischen 30 000 und 35 000 Euro. Der strikte Sparkurs hat diesen Betrag auf unter ein Drittel reduziert.

Strikter Sparkurs drückt die monatlichen Kosten

Dass inzwischen wieder kleinere Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern erlaubt sind, „hilft uns in keiner Weise“, so der Hallenmanager. Denn die Kosten würden umgehend wieder auf normale Höhe steigen, die Einnahmen damit nicht Schritt halten können. Deshalb habe der Stiftungsrat einen klaren Beschluss gefasst: „Die Gempt-Halle bleibt bis auf Weiteres geschlossen, bis ein uneingeschränkter Veranstaltungsbetrieb wieder möglich ist.“

Kommentar

Eine Halle in NotDie Gempt-Halle ist seit der Umgestaltung im Jahr 2004 ein Anziehungspunkt für Menschen mit vielen verschiedenen Interessen. Als Veranstaltungsort hat sie sich weit über Lengerich hinaus einen guten Namen gemacht. Beleg dafür sind über 160 Veranstaltungen im Jahr, die dort über die Bühne gehen.

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Selbst wenn wieder der normale Betrieb aufgenommen werden könnte, „dauert es mindestens drei Monate, bis wir wieder eine schwarze Null schreiben können“, erläutert der Hallenmanager. Dieses Defizit werde die Gempt-Halle nicht allein tragen können. fügt er hinzu. Wobei zur Zeit niemand sagen kann, wann beispielsweise wieder eine Oldie-Party in der Halle steigen kann. „Die Situation ist nicht vergnügungssteuerpflichtig“, stellt Michael Rottmann fest.

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