Vorschläge der Unfallkommission
Neue Beschränkungen auf der Autobahn

Münster -

Die Unfallkommission hat auf der jüngsten Tagung 16 Abschnitte im Regierungsbezirk Münster identifiziert, auf denen sich überdurchschnittlich viele Unfälle ereignet haben. Zugleich hat sie Maßnahmen vorgeschlagen, um die Stellen zu entschärfen.

Sonntag, 05.07.2020, 16:17 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 16:40 Uhr
Tempo 120 gilt jetzt schon auf der A 1 bei Münster. Der Bereich soll verlängert werden Foto: Wilfried Gerharz

Vor wenigen Tagen hat die jährliche Sitzung der Unfallkommission für Autobahnen im Regierungsbezirk Münster stattgefunden. Unter dem Vorsitz der Bezirksregierung Münster trafen sich Fachleute der Polizei und des Landesbetriebs Straßenbau NRW, teilte die Bezirksregierung mit.

Die Unfallkommission ist gesetzlich zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen verpflichtet und wertet die von der Polizei ermittelten Unfalldaten aus. Hierzu werden einzelne Streckenabschnitte näher betrachtet, um Hinweise auf die Unfallursachen zu erhalten. Anschließend beschließt die Unfallkommission über geeignete Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit in den betroffenen Abschnitten zu erhöhen.

Im Jahr 2019 wurden für den Regierungsbezirk Münster 16 Abschnitte identifiziert, auf denen sich überdurchschnittlich viele Unfälle ereignet haben. Gegenüber dem Vorjahr (13) ist hier eine geringe Steigerung zu verzeichnen. "Die Auswertungen durch die Unfallkommission hat ergeben, dass eine Vielzahl dieser Unfälle in diesen Abschnitten auf die Missachtung von Verkehrsvorschriften durch die Verkehrsteilnehmer zurückzuführen ist. Häufig wurde zu schnell oder unaufmerksam gefahren. Oft wurde der erforderliche Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern unterschritten", erklärt die Bezirksregierung in ihrer Pressemitteilung.

Unterwegs mit der Autobahnpolizei Münster

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    Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier wird mit einer Spezialkamera der Abstand gemessen, den Autofahrer halten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf einem Display in der Mittelkonsole werden die Videos der Kameras angezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schwerpunktkontrolle der Autobahnpolizei Münster am 11. Februar 2016 auf der Autobahn A1.

    Foto: Gunnar A. Pier

Autobahn 1: Zwischen Münster-Süd und Münster-Nord soll die Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 120 in Fahrtrichtung Bremen bereits 500 Meter weiter südlich beginnen.

Autobahn 43: Zwischen Senden und Münster soll auf einer Länge von rund 700 Metern der Spurwechsel mit Hilfe einer durchgezogenen Linie zwischen den Fahrstreifen unterbunden werden. Grund seien mehrere Unfälle, die sich im Zusammenhang mit auffahrenden Fahrzeugen auf die A 43 nahe Senden ereigneten, teilte die Bezirksregierung mit. 

Autobahn 2: Vom Autobahnkreuz Recklinghausen bis zur Anschlussstelle Herten wird in Fahrtrichtung Oberhausen in einem Abschnitt von rund 700 Metern die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei Nässe auf 80 km/h reduziert.

Autobahn 2: Zwischen der Anschlussstelle Essen/Gladbeck und dem Autobahndreieck Bottrop (Fahrtrichtung Oberhausen) wird die bereits bestehende Geschwindigkeitsreduzierung auf 120 km/h - zeitlich beschränkt zwischen 6-19 Uhr - im Bereich Autobahndreieck Bottrop bis Anschlussstelle Oberhausen-Königshardt zukünftig bereits ab der Anschlussstelle Essen/Gladbeck gelten. Da sich die bereits geltende Geschwindigkeitsreduzierung aus dem Jahr 2017 zur Unfallbekämpfung bewährt hat, wird der Bereich ab der Anschlussstelle Essen/Gladbeck aufgrund der Unfallentwicklung im vergangenen Jahr dort nun mit einbezogen.

Autobahn 31: Zwischen der Anschlussstelle Gladbeck und dem Autobahndreieck Bottrop (Fahrtrichtung Bottrop) kommt es insbesondere in verkehrsärmeren Zeiten zu Unfällen in Zusammenhang mit unangepassten Geschwindigkeiten, zu geringen Sicherheitsabständen und aufgrund von Unachtsamkeit der Unfallverursacher. Daher wird im direkten Bereich des Autobahndreiecks Bottrop - rund 1300 Meter vor der Auffahrt zur A 2 - zukünftig die derzeitige zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h reduziert.

Die Maßnahmen sollen baldmöglichst umgesetzt und im kommenden Jahr von der Unfallkommission auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

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