Nachhaltige Vorgärten statt Steinwüsten
Bunte Beispiele als Kontrapunkt fördern

Ascheberg -

Corona hat in Ascheberg Aktivitäten, die sich aus dem gemeindlichen Klimaforum entwickeln, gestoppt. Jetzt geht es wieder los.

Montag, 06.07.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 20:43 Uhr
Naturnahe Gärten liefern Nahrung für Insekten. Foto: Theo Heitbaum

Der Klimawandel war in aller Munde. Dann kam Corona. In Ascheberg hat das Virus Aktivitäten, die sich aus dem gemeindlichen Klimaforum entwickeln, gestoppt. Eine Gruppe, die sich um naturnahe Vorgärten bemühen will, fühlt sich komplett ausgebremst. Denn die üblichen Mechanismen, um Themen unters Volk zu bringen, funktionieren im Moment noch nicht. „Wir wollten mit Referenten und Veranstaltungen für ein Umdenken in den Vorgärten werben“, berichtete Susanne Schütte bei einem Treffen in Stermanns Garten in Davensberg.

Ziel der kleinen Gruppe ist es, gute Beispiele zum Nachahmen zu liefern. Die Aktiven möchten dagegen nicht mit erhobenem Zeigefinger vor Steingärten des Grauens, von denen es erstaunlich viele in der Gemeinde gebe, stehen und die Besitzer anklagen. Vielmehr soll es den Steinwüsten mit guten Ideen an den Kragen gehen.

Naturnäher gestalten

Weil nicht absehbar ist, wann über Veranstaltungen für naturnahe Gärten geworben werden kann, greift die Gruppe zuerst öffentliche Flächen auf. Das sind etwa Patenbeete in den Wohngebieten. „Es gibt schöne Möglichkeiten, sie naturnäher zu gestalten“, erklärte Schütte. Das müsse gar nicht mit einer intensiveren Pflege einher gehen. Über die Gemeinde solle Paten Material für ein Umgestalten an die Hand gegeben werden. Die Tipps sollen so aufbereitet werden, dass Gartenbesitzer, die sich an veränderten Patenbeeten erfreuen, sie über die Gemeinde bekommen können. Nachgedacht wird auch um ein gemeindliches Sponsoring beim Umgestalten.

Geprüft wird, ob es naturnahe Schaugärten geben kann. Dafür soll das Gespräch mit Schulen und dem Bauernhof St. Georg geführt werden.

Neidisch blickte die Gruppe einen Ort weiter. „Wenn ich durch Ottmarsbocholt fahre, sehe ich viele Blühflächen. Das zeiht sich durch den ganzen Ort und sieht fantastisch aus. Ich frage mich, warum das bei uns nicht genauso ist“, erklärte Karoline Stermann. Die gemeindlichen Blühflächen hier sind eher klein bemessen und fallen kaum auf. So will sich Birgit Homann bemühen, entlang des Siepens in Herbern mehr Farbe ins Ortsbild zu bringen. Dabei geht es weniger um die Blütenpracht fürs menschliche Auge. Ziel ist es, Nahrung für Insekten zu liefern.

Tipps vom Experten

Nachgedacht wurde über eine Gartentour pro Ort mit einem Experten, der Tipps für ein einfaches Umgestalten geben kann. Solche Fachfrauen und -männer, die für naturnahe Gärten begeistern können und kleine Beispiele für einen Start parat haben, gibt es in der Nachbarschaft. So eine Tour könne auch in Corona-Zeiten möglich sein.

Zu viele Felder mag die Gruppe aber nicht aufmachen, weil man sich nicht übernehmen will. So setzt sie zuerst also auf öffentliche Flächen, die von Paten betreut werden sollen. Nach Möglichkeit sollen bisherige Paten über die Gemeinde angeschrieben werden.

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