Maler und Bildhauer beziehen Quartier in „Haus Farwick“
Kunst sprudelt in früherer Kneipe

Senden/Bösensell -

Nach dem Auszug aus Schloss Senden im Februar ist die Kunstschule soeben in ihr neues Domizil in der ehemaligen Gaststätte Farwick gewechselt. Den Malern stehen drei kleine Atelierräume zur Verfügung. Für die Bildhauer wird noch eine anliegende Scheune hergerichtet.

Mittwoch, 08.07.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:04 Uhr
Die Maler-Gruppe hat sich in drei Räumen der ehemaligen Gaststätte Farwick bereits „häuslich“ eingerichtet. Die Bilderhauer können zurzeit nur draußen arbeiten, da die für sie bestimmte Scheune noch hergerichtet werden muss. Foto: Siegmar Syffus

„Wir sind ganz happy, dass wir hier sein dürfen“, spricht Dr. Klaus Drerup vom Vorstand der Kunstschule Senden wohl allen 42 Malern und Bildhauern des Vereins aus der Seele. Denn nach monatelanger Herbergssuche konnten die Kunstschaffenden am Dienstag und Mittwoch (7. und 8. Juli) zum ersten Mal in den Räumlichkeiten der ehemaligen Gaststätte Farwick am Bösenseller Bahnhof kreativ werden. Der Hauptteil des Gebäudes dient weiterhin als Flüchtlingsunterkunft.

Zur Erinnerung: Im Februar diesen Jahres mussten die Ateliers im Schloss aufgrund statischer Bauschäden am Gemäuer verlassen werden (WN berichteten). Am 26. Juni gab der Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht für den Umzug in Räume der ehemaligen Gaststätte und in eine angrenzende Scheune.

Seither haben sich die Maler in drei insgesamt rund 60 Quadratmeter großen Ateliers eingerichtet. Die Bildhauer können vorerst nur draußen arbeiten. Denn das Dach der Scheune, in der sie sich neben dem Bauhof ausbreiten dürfen, ist noch nicht abgedichtet. Und auch ein Stromkabel muss noch verlegt werden, damit die Künstler drinnen Licht und „Saft“ für ihre elektrischen Werkzeuge bekommen. Diese Kosten werden – laut Vereinbarung – von der Gemeinde Senden übernommen.

„Wir freuen uns über die Unterstützung, haben aber selbst auch eine Portion zur Herrichtung beigetragen“, sagt Drerup. Das umfasse handwerkliche Arbeiten wie zum Beispiel Anstreichen, „Strippen ziehen“ und Leuchten installieren. Um die baufachliche Seite habe sich im Vorfeld des Umzugs der Architekten Eckhard Scholz gekümmert, ergänzt Andrea Mantke, Vorsitzende der Kunstschule Senden. Er habe die Realisierbarkeit des Vorhabens und die Statik überprüft sowie die Kosten ermittelt.

Die Gemeinde Senden hatte ihren Anteil auf maximal 12 300 Euro gedeckelt unter der Voraussetzung, dass die Kunstschule die Hälfte der anrechenbaren Aufwendungen übernimmt (WN berichten). „Wir werden auf jeden Fall den vorgegebenen Kostenrahmen halten“, verspricht Mantke.

Obwohl der Betrieb jetzt weitgehend reibungslos in den Ateliers aufgenommen werden konnte, bleibt ein Wermutströpfchen: „Leider fehlen uns ein Projektraum und ein Lager“, bedauert Trutz Bieck. Der Dozent der Kunstschule hofft, dass diesbezüglich in Gesprächen mit der Gemeinde noch eine unkomplizierte Lösung gefunden werden kann. „Die Schlosserei Heeren in Senden hat uns freundlicherweise einen Raum als Zwischenlager zur Verfügung gestellt. Dort steht jetzt ein Großteil unserer Sachen“, berichtet Bieck.

Konkrete Pläne für ein größeres Vorhaben in Bösensell gibt es aktuell nicht. Der Dozent könnte sich in Zukunft jedoch ein Projekt mit den in „Haus Farwick“ lebenden Flüchtlingen oder auch mit einem der im Gewerbegebiet angesiedelten Betriebe vorstellen.

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