25. „Wegweiser“-Beratungsstelle
Innenminister Reul: „Hass aus dem Kopf bekommen“

Kreis Coesfeld -

Für NRW-Innenminister Herbert Reul ist das keine Frage: Auch im ländlich geprägten Westmünsterland „treiben Salafisten ihr Unwesen und versuchen, Jugendliche zu radikalisieren“. Um im Vorfeld dagegen etwas zu unternehmen, legte das Land NRW das Präventionsprogramm „Wegweiser“ auf.

Mittwoch, 08.07.2020, 20:38 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 20:53 Uhr
Die 25. Beratungsstelle in NRW für die Kreise Coesfeld und Borken präsentierte Landesinnenminister Herbert Reul zusammen mit den Trägern in Nottuln-Darup. Foto: Viola ter Horst

Die 25. Beratungsstelle in NRW für die Kreise Coesfeld und Borken präsentierte Reul gestern zusammen mit den Trägern IBP (Interkulturelle Begegnungsprojekte) und Der Paritätische. Ein­gerichtet werden sollen Anlaufstellen in Coesfeld und Bocholt.

Das Programm richtet sich an Personen, die mit der salafistischen Szene sympathisieren oder in diese bereits abzurutschen drohen. Es bietet zudem auch Familienangehörigen und dem Umfeld sich möglicherweise ­radikalisierender Personen Unterstützung – wie Lehrern und Freunden.

Die „Weg­weiser“-Beratungsstellen gibt es bereits seit 2013 in verschiedenen Orten in NRW, mit der Einrichtungin den Kreisen Borken und Coesfeld ist der Ausbau nun abgeschlossen. Die Erfahrungen mit dem Programm sind laut Reul ausgesprochen positiv: „In 80 bis 90 Prozent gelang es den Beratern, die Betroffenen zu erreichen und den Hass aus dem Kopf zu bekommen.“

Dem Verfassungsschutz seien in NRW etwa 3200 gewaltbereite Salafisten bekannt, sagte Uwe Reichel-Offermann, stellvertretender Leiter des Verfassungsschutzes NRW. Davon entfallen auf das Westmünsterland zwar nur wenige. „Das ist hier kein Hotspot, aber das Phänomen ist auch bei Ihnen.“

Die Akteure arbeiteten zunehmend im Hintergrund und versuchten, über soziale Netzwerke und andere Wege zu radikalisieren.

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