Gronauer THWler versorgen Menschen in Quarantäne
Stimmung in Gütersloh ist besser als gedacht

Gronau/Gütersloh -

Zwei Gronauer THW-Mitglieder sind derzeit im Kreis Gütersloh im Einsatz – im Corona-Einsatz. Viel Arbeit, die aber auf große Dankbarkeit stößt. Und: So gut geschlafen wie dort haben Dennis Franke (41) und Jan-Luca Manfré (20) noch während keines anderen Einsatzes außerhalb ihrer Heimatstadt . . . [Mit Video]

Donnerstag, 09.07.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 19:58 Uhr
Jan-Luca Manfré (l.) und Dennis Franke liefern die Pakete mit Nahrung und Hygieneartikeln aus. Foto: Dennis Franke/Jan-Luca Manfré

Im Corona-Einsatz ist das Technische Hilfswerk (THW) Gronau derzeit mit zwei Helfern im Kreis Gütersloh. Dort sind nach dem massiven Corona-Ausbruch im Fleischkonzern Tönnies über 1000 Personen auch anderer Firmen in häuslicher Quarantäne. Viele davon müssen mit Nahrung und Hygienemitteln versorgt werden, da sie keine Angehörigen in näherer Umgebung haben. Dennis Franke (41) und Jan-Luca Manfré (20) sind seit Montagmorgen dort im „Abschnitt zwei“ des Technischen Hilfswerks für die Versorgung Betroffener zuständig. Mit 18 weiteren THW-Helfern aus ganz NRW beliefern sie die großteils aus Rumänien stammenden Mitarbeiter der Fleischindustrie mit Care-Paketen, die ebenfalls vom THW zusammengestellt werden.

Die Betroffenen werden vom Gesundheitsamt regelmäßig kontaktiert und überprüft. Wer ohne Hilfe von außen in Quarantäne verharren muss, kann Nahrung und Hygienemittel bestellen.

250 Wohnobjekte komplett abgeriegelt

Die THW-Einheiten der anderen Abschnitte kochen dann Mahlzeiten in insgesamt vier mobilen Küchen in Großzelten und stellen bedarfsgerecht Pakete zusammen. Spezielle Wünsche wie der Verzicht auf Schweinefleisch, Vegetarisches, aber auch Babybrei und Windeln in allen Größen werden zielgenau erfüllt.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Die Gronauer THWler fahren den ganzen Tag die Unterkünfte an und verteilen die Pakete. Über 250 Wohnobjekte sind komplett nur mit Mitarbeitern der betroffenen Fleischindustrie belegt und komplett abgeriegelt. Direkten Kontakt zu Infizierten besteht dabei nicht, es gilt ein Mindestabstand von drei Metern – Mundschutze der Klasse FFP 2 sowie Handschuhe sind Pflicht. Bei der Abgabe wird das Paket vor die Haustüren gelegt und geklingelt – für das herzliche „Dankeschön“ der Versorgten bleibt aber trotzdem immer Zeit, wie THW-Zugtruppführer Dennis Franke erzählt: „Die Dankbarkeit der unter Quarantäne Stehenden ist enorm, auch die Anwohner sind guter Laune und unterstützen uns gerne. Insgesamt ist die Stimmung vor Ort viel besser, als wir uns das vorgestellt hatten.“

Bundeswehr bleibt vor Ort

Auch die THW-Helfer selbst sind guter Dinge: „Wir THWler sind in Hotels in Verl untergebracht. So komfortabel werden wir es in Zukunft in wohl keinem Einsatz wieder haben“, freut sich Jan-Luca Manfré. Das THW hat darauf bestanden, dass alle seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Hotels statt in Zelten untergebracht werden. So kann auch die Hygiene der Hilfskräfte besser sichergestellt werden. „Die Arbeit hier ist relativ entspannt. Gestern allerdings ging es heiß zu, da musste mit fast 700 Paketen die größte Anzahl verteilt werden. Über das Wochenende waren die Vorräte bei allen Betroffenen knapp geworden und wir haben kräftig rangeklotzt“, fährt Manfré fort, der sonst als Elektriker arbeitet und von seinem Arbeitgeber für den Einsatz freigestellt wurde.

Bis Freitagmorgen dauert die Arbeit der Gronauer voraussichtlich, der gesamte Einsatz mit über 100 ehrenamtlichen THWlern ist bis Sonntag angesetzt. Die anderen THW-Einheiten betreuten aktuell noch Abstrichzentren und haben sogar eine Trinkwasser-Versorgung mit THW-Spezialgerät aufgebaut. Die Bundeswehr wird danach weiter vor Ort bleiben und den Einsatz im kleinen Rahmen fortführen.

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