Bisher 13 positive Tests im Kreis bei Urlaubsrückkehrern
Vorsicht bleibt geboten

Kreis Warendorf -

Urlauber, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, müssen einen negativen Test nachweisen oder in Quarantäne. So will es die Coronaschutzverordnung. Im Kreis Warendorf haben sich bisher 302 Rückkehrer gemeldet. Bei 13 fiel ein Test positiv aus.

Dienstag, 28.07.2020, 18:17 Uhr
Landrat Dr. Olaf Gericke (r.) und der Leiter des Kreisgesundheitsamts, Dr. Wolfgang Hückelheim, appellieren an Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten, sich unbedingt Foto: Kreis Warendorf

Die Sorge vor einer möglichen zweiten Corona-Welle durch infizierte Urlaubsrückkehrer treibt zurzeit die Bundes- und Landespolitik um. Das ist an den zuletzt verschärften Regeln zu sehen. So will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten anordnen. Nach der in NRW geltenden Coronaschutzverordnung sind Urlauber aber schon jetzt zumindest dazu verpflichtet, eine 14-tägige Quarantäne einzuhalten, sofern sie aus einem vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuften Land zurückkehren. Alternativ müssen sie einen – nicht mehr als 48 Stunden alten – negativen Corona-Test vorweisen können.

Kreis Warendoorf meldet 13 infizierte Urlaubsrückkehrer

Zuständig für die Abwicklung ist das Kreis-Gesundheitsamt, dessen Leiter Dr. Wolfgang Hückelheim schon vor rund zwei Wochen auf die bestehenden Regeln hinwies (die WN berichtete). Nach den aktuellsten Zahlen von Dienstagmittag haben sich bei ihm und seinen Kollegen seit dem Sommerferienbeginn 302 Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten per Mail oder telefonisch gemeldet. Von diesen haben sich 118 testen lassen und warten noch auf das Ergebnis. Weitere 90 hatten bereits einen negativen Test bei der Einreise. Der Rest ist – hoffentlich – in Quarantäne, für deren Kontrolle die örtlichen Ordnungsbehörden zuständig sind. Bisher verzeichnet der Kreis nur 13 positiv getestete Rückkehrer. Zu wenig, als dass deswegen die Sorgen schon allzu groß sein sollten, aber zu viel, um unvorsichtig zu werden.

Landrat bittet um Einhaltung der Regeln

Landrat Dr. Olaf Gericke wirbt deshalb auch dafür, die Regeln zum Schutze aller unbedingt einzuhalten: „Ich bitte die Urlaubsrückkehrer darum, verantwortungsvoll zu sein und ihrer Pflicht nachzukommen, um ein Ansteigen der Infektionszahlen zu verhindern.“ Schon im Urlaub sollten Reisende unnötige Kontakte meiden und die Abstands- und Hygieneregeln beachten.

Aktuell stuft das RKI mehr als 100 Länder als Risikogebiete ein, darunter beliebte Reiseziele wie die Türkei. Aber auch ein Aufenthalt in den USA, Südafrika, Indonesien oder Luxemburg als bisher einziges EU-Land auf der Liste zieht eine zweiwöchige Quarantäne nach sich.

Ohne negativen Test ist bei Rückkehr aus Risikogebiet Quarantäne vorgeschrieben

Die ist ohne befreienden Test unverzüglich anzutreten, was im Juristendeutsch so viel wie „ohne schuldhaftes Zögern“ bedeutet. Konkret: Die Heimreise vom Flughafen mit Bus und Bahn ist (natürlich mit Maske) noch erlaubt, der Großeinkauf danach nicht mehr. Auch eine gesonderte Anordnung gibt es nicht, denn die Pflicht zur Quarantäne gilt per Allgemeinverfügung.

In dieser Zeit dürften Betroffene weder die Wohnung verlassen, noch Besuch von Personen empfangen, die nicht zum Hausstand gehören, betont Dr. Wolfgang Hückelheim. Falls es keine Angehörigen, Nachbarn oder Freunde gebe, die Einkäufe erledigen, könne das Gesundheitsamt Hilfe vermitteln. Mit dem müssen sich Rückkehrer ja ohnehin in Verbindung setzen, sofern sie nicht schon mit einem negativen Testergebnis einreisen. Dieses müssen sie dann 14 Tage lang vorweisen können.

Über die Risikoländer informiert das Robert-Koch-Institut unter www.rki.de. Urlaubsrückkehrer können das Gesundheitsamt unter Telefon 0 25 81 / 53-55 55 erreichen.

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