Parlamentarisches Patenschafts-Programm
Noah Hülk ist auf dem Weg nach Kentucky

Herbern -

Nach Amerika trotz Corona? Das Parlamentarische Patenschafts-Programm, mit dem Bundestag und US-Kongress den Austausch zwischen Deutschland und den USA fördern, will es für einen Herberner möglich machen.

Donnerstag, 03.09.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 10:50 Uhr
Marc Henrichmann (CDU) drückt Noah Hülk die Daumen, dass es mit der Reise klappt. Foto: Büro Henrichmann

Nach Amerika trotz Corona? Das Parlamentarische Patenschafts-Programm, mit dem Bundestag und US-Kongress den Austausch zwischen Deutschland und den USA fördern, will es möglich machen. Seit 1983 besteht das PPP, die Pandemie wirkt sich auch hier aus: Erstmals wird die Reise von einem Jahr von vornherein auf rund acht Monate verkürzt. Jonah Hülk aus Herbern startet deshalb erst im Januar nach Kentucky – was seine Vorfreude nicht mindert, wie er dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann berichtete.

Der Parlamentarier übernimmt die Patenschaft für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus seinem Wahlkreis, die sich auf den Weg über den Atlantik machen. „Ich drücke die Daumen, dass alles klappt“, betonte der CDU-Politiker. Bisher hätten alle Rückkehrerinnen und Rückkehrer begeistert von ihrer Zeit in Amerika berichtet. „Das ist eine tolle Erfahrung.“

Ein wenig allerdings hängt die Reise „am seidenen Faden“, so Jonahs Mutter Karin Hülk. Die Familie hofft, dass sich die Infektionszahlen positiv entwickeln und dem Abflug nichts im Wege steht. Das Vorbereitungsseminar wird der 16-jährige Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums in Werne jedenfalls im Oktober absolvieren – allerdings online von Herbern aus statt in Berlin.

Üblicherweise erfahren die Stipendiaten ihr genaues Ziel und die Gastfamilie erst sehr kurzfristig. Jonah dagegen kennt sein zu Hause auf Zeit schon aus eigener Anschauung: Im Rahmen eines Schulaustausches war er im November in Bowling Green, Kentucky. Seitdem steht er regelmäßig in Kontakt zur Gastfamilie mit ihren vier Kindern, auch die High School dort ist ihm vertraut. Die drei Wochen dort weckten Lust auf mehr. „Die Mentalität ist völlig anders“, berichtet er. Die Lehrer seien sehr nett, „ich komme gut zurecht“, ist er überzeugt.

Seine Englischlehrerin hatte ihn auf das PPP aufmerksam gemacht. Ein umfangreiches Auswahlverfahren galt es zu bestehen, unter anderem mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und einem Auswahltag inklusive Sprachtest und kommunikativen Aufgaben. Schülerinnen, Schüler und junge Berufstätige, die selbst ein Jahr nach Amerika möchten, sollten sich sputen: Für das Programm 2021/2022 endet die Bewerbungsfrist am 11. September. Infos unter www.bundestag.de/ppp.

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