Flammt die Fußball-Rivalität wieder auf?
Zusatz an Ortseingangsschildern von Warendorf und Freckenhorst

Warendorf -

Seit einigen Jahren erlaubt die Landesregierung Namenszusätze auf den Ortseingangsschildern der Städte und Gemeinden. Seit Freitagmorgen besitzen auch Warendorf und Freckenhorst solche Zusätze - doch die sind nicht ganz offiziell.

Freitag, 04.09.2020, 19:57 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 20:06 Uhr
Die Ortseingangschilder von Warendorf und Freckenhorst haben einen Zusatz bekommen - allerdings nicht von offizieller Stelle. Foto: privat

"Warendorf - Die Pferdestadt" oder "Freckenhorst - Die Stiftsstadt", so könnten die offiziellen Namenszusätze der Ortseingangschilder in der Kernstadt und dem Ortsteil lauten. Doch so weit ist es bis jetzt nicht gekommen. Ein Zusatz fehlte vergeblich. Bis jetzt.

Seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist das anders. Die Ortsschilder haben endlich einen Zusatz. Doch die Begriffe Pferdestadt, Emsstadt oder Stiftsstadt sucht man vergeblich. Stattdessen prangt unter einigen Warendorfer Schildern groß das Wort "Kreisligist", in Freckenhorst ist "Bezirksligist" zu lesen - eine Anspielung auf die Ligazugehörigkeit im Fußball.

Quasi wie S04 gegen Dortmund

Entflammt da etwa die alte Fußball-Rivalität? In früheren Jahrzehnten verband den TUS Freckenhorst und die Warendorfer SU eine regelrechte "Feindschaft", deren Kämpfe zwar fast immer fair, aber doch hart geführt wurden. Hunderte, teilweise sogar über 1000 Zuschauer verfolgten teilweise noch vor der Jahrtausend-Wende die hitzigen Derbys in der Landesliga und später in der Bezirksliga. Über den Gegner wurde sich stets lustig gemacht, böse Sprüche waren an der Tagesordnung. Schalke 04 und Borussia Dortmund im Lokalen. Sozusagen.

Doch schon seit einigen Jahren ist von dieser Feindschaft kaum noch etwas übrig. Die Warendorfer SU dümpelt jetzt im dritten Jahr in Folge in der Kreisliga rum, während der kleine Nachbar eine Liga höher in der Bezirksliga spielt und sogar höheres anzustreben versucht. Keine direkten Duelle mehr also. Und immer öfter wechseln Spieler von der WSU zum TUS oder andersrum. Früher fast undenkbar und immer höchst umstritten, heute fast Alltag. Der "Konflikt" geriet etwas in Vergessenheit.

Irgendjemand scheint das aber so nicht hinnehmen zu wollen und reißt alte Wunden - zumindest bei der Warendorfer SU - auf. Ein scheinbarer TUS-Sympathisant hat sich die Mühe gemacht und eben diese aufwendigen Zusätze für die Ortseingangsschilder gebastelt. Wer dahinter steckt, ist nicht bekannt. In den Freckenhorster WhatsApp-Gruppen wird aber schon vehement das "Bundesverdienstkreuz" für den "Täter" gefordert.

Heinz Goldmann, aktuell die "Gute-Seele" des TUS Freckenhorst, ist sich sicher, dass keiner der Spieler vom TUS der "Übeltäter" ist. "Aber wer es letztendlich war, wird schwierig sein, herauszufinden", so Goldmann, der über den Scherz lachen kann, aber selbst wohl kaum zu solchen Mitteln greifen würde. Schließlich war er einer derjenigen, der noch zu Zeiten der wirklichen Rivalität, gewechselt ist. Er war für die WSU und den TUS im Einsatz - in den verschiedensten Funktionen.

Folgt die Revanche?

Wie lange die Zusätze an den Ortseingangsschildern noch hängen, bleibt abzuwarten. Genau so wie, ob aus Warendorf eine "Revanche" kommt. Wenn die ähnlich harmlos und kreativ ist, dürfte niemand etwas dagegen haben, wenn die WSU-TUS-Fehde wieder etwas aufflackert....

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