Rund 4000 disziplinierte Besucher am Wochenende
Fahrvergnügen trotz Corona

Telgte -

Rund 4000 Besucher kamen zum ersten Kirmeswochenende in Telgte. Unter dem Titel „Mega-Fun-Park“ wurde Fahrvergnügen auf einem umzäunten Gelände unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen angeboten.

Sonntag, 06.09.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 13:32 Uhr
Kirmes-Vergnügen und das trotz strenger Hygiene-Auflagen: Die Veranstalter des ersten „Mega-Fun-Park“ in Telgte ziehen eine positive Bilanz. Die Besucher hätten sich vorbildlich an die Vorgaben gehalten, lautet das Fazit der Schausteller. Foto: Bernd Pohlkamp

Die traditionelle Mariä-Geburtsmarktkirmes mit dem Dreiklang „Kirmes, Markt und Reitturnier“ fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Als einmaligen Ersatz haben dreißig Schaustellerfamilien auf dem Busparkplatz an der Ostbeverner Straße einen „Mega-Funpark“ errichtet. An acht Kirmestagen – verteilt über zwei verlängerte Wochenenden – haben die Besucher die Möglichkeit, etwas Volksfestatmosphäre zu genießen. Natürlich mit Abstand und unter Einhaltung spezieller Hygieneauflagen.

Ob Mandelgeruch, Zuckerwatte, Bratwurst oder holländische Pommes – für das leibliche Wohl bietet der Jahrmarkt für jeden Geschmack etwas und auch bei den Fahrgeschäften kommen alle Besucher auf ihre Kosten.

Besucher werden gezählt und registriert

13 500 Quadratmeter groß ist das eingezäunte Areal auf dem Busparkplatz. Gleich am Anfang wird gezählt und registriert. Wie beim Restaurantbesuch sind auf einem vorbereiteten Papier Name und Adresse zu hinterlegen.

Die Pop-Up-Kirmes erreichen die Besucher nur über einen Eingang, nachdem sie zuvor für ein Euro eine Eintrittskarte erhalten. „Mit diesem Geld bestreiten wir unsere Kosten für Hygienemittel und für zusätzliches Sicherheitspersonal“, begründet Philipp Heitmann als Vertreter des Schaustellerverbandes Münsterland den geringfügigen Eintritt. 700 Besucher dürfen sich maximal gleichzeitig auf dem Gelände befinden. Sie verteilen sich auf der Lauffläche von 5200 Quadratmetern so gut, dass kein Gedränge entsteht und die Infektionsgefahr minimiert wird.

Auch auf dem Gelände ist vorgesorgt: Es gibt eine Einbahnstraßenregelung mit Pfeilen vor den Fahrgeschäften und Ständen.

Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern und an Schüler und Jugendliche.

Philipp Heitmann

Mit Erleichterung nahmen 30 Schaustellerfamilien an diesem Wochenende in Telgte ihre Arbeit wieder auf. „Endlich dürfen wir wieder unseren Beruf ausüben“, äußerten sie übereinstimmend. Der „Mega-Funpark“ ist eine abgespeckte Version des traditionellen Mariä-Geburtsmarktes. Seit Weihnachten sind die Schausteller arbeitslos. In Telgte sehen sie erstmals einen Silberstreif am Horizont. Sie hoffen, dass in den wenigen Wochen bis zu Beginn der Winterzeit noch einige Märkte hinzukommen. Die Existenzangst ist dennoch lange nicht verflogen. Der „Mega-Funpark Telgte“ soll den Besuchern Kirmes-Spaß ermöglichen und einer krisengebeutelten Branche zumindest eine kleine Stütze bieten.

Hinweisschilder zu Verhaltensregeln

Dass der „Mega-Funpark“ in Telgte überhaupt zustande kam, verdanken die Schausteller dem stellvertretenden Vorsitzenden des Schaustellerverbandes, Philipp Heitmann. Er hatte das Konzept mit den Sicherheits- und Hygieneauflagen entwickelt und erhielt grünes Licht vom Kreis und von der Stadt Telgte. Die Bedingungen zum Schutz der Kirmesbesucher und der Schausteller sieht Philipp Heitmann als erfüllt an. So gibt es jeweils nur einen Ein- und einen Ausgang. An allen Fahrgeschäften weisen Beschilderungen auf die Regeln hin: Abstand, Mund- und Nasenschutz zumindest an den Ständen und vor den Vergnügungsgeschäften. Beim Gang über das Gelände herrscht keine Maskenpflicht. In den Fahrgeschäften muss dagegen ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.

Kirmesvergnügen trotz Corona-Auflagen

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  • Kirmes in Telgte

    Kirmes in Telgte

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmes in Telgte

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmesvergnügen auch für die kleinen Besucher auf dem umzäunten Kirmesgelände auf dem Busparkplatz.

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Vergnügen im Kinderkarussell

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmesvergnügen im Crazy Dancer trotz Corona-Auflagen und Mundschutz

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Breakdancer, Kirmesvergnügen trotz Corona

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Auch die jungen Gäste mussten sich am Eingang zum Kirmesgelände anmelden und erfassen lassen.

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Dosenwerfen

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • An vielen Stellen wird auf dem Kirmesgelände darauf hingewiesen, dass der nötige Abstand einzuhalten ist. Popcorn, Mandeln, Süßigkeiten.

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Schausteller freuen sich, dass sie trotz Auflagen eine Kirmes durchführen können.

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmes in Corona-Zeiten, Mundschutz im Autoscooter

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmes unter Corona-Hygienbestimmungen in Telgte. Strenge Kontrollen am Eingang.

    Foto: Bernd Pohlkamp
  • Kirmes in Corona-Zeiten in Telgte, Musikexpress, Fahrgeschäft, Maskenpflicht in den Fahrgeschäften

    Foto: Bernd Pohlkamp

Desinfektionsmittel sind überall auf dem Gelände aufgestellt. Sicherheitskräfte am Ein- und Ausgang und auf dem Platz sowie Kontrollen entlang des eingezäunten Geländes tragen zur Sicherheit bei und erfüllen die Auflagen. Etwa die, dass alkoholische Getränke auf dem Gelände verboten sind. Philipp Heitmann hat an den ersten drei von insgesamt acht Kirmestagen eine große Disziplin der Besucher festgestellt. „Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern und an Schüler und Jugendliche“, sagt er.

Über neun Monate lang haben die Schausteller auf diese Möglichkeit wie in Telgte gewartet. Am Samstag beim Rundgang zeigten sie sich alle sehr erfreut über diese Pop-Up-Kirmes in der Wallfahrtsstadt. Etwa Willi Hortz mit seinem Kinderkarussell, auch Erich Kracke mit seinem Schießstand und Tim Welte mit seinem Musikexpress. Ernst Bartelt und sein Team erfreuen die Besucher mit Crêpes und Zuckerwatte, Hacki Wegener mit seinem Aqua-Labyrinth und Philipp Heitmann mit seinem Autoscooter. Manuel Freiwald aus Ankum hat den Crazy Dancer mitgebracht. Tim Brunner wartet mit seinen 200 Plastikenten auf die junge Kundschaft. Dagegen setzt Melvin Deinert aus Duisburg mit seinem Propeller „Extreme“ auf die Jugend. Auf die Familie ausgerichtet ist das Fahrgeschäft von Jerome Kaiser: die Familien-Achterbahn.

Philipp Heitmann ist mit dem Besuch bisherigen Resonanz zufrieden: Er schätzt, dass in den ersten drei Tagen etwa 4000 Besucher gekommen sind. Die Obergrenze von 700 anwesenden Kirmesbesuchern wurde immer eingehalten. Insgesamt rechnet Heitmann an den acht Kirmestagen mit zehntausend Besuchern. Am heutigen Montag ist der „Mega-Funpark“ von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Eine Woche später gibt es die Kirmes erneut an vier Tagen: von Freitag, 11. September, bis Montag, 14. September. Die Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag und Montag von 14 bis 22 Uhr und Sonntag von 11 bis 22 Uhr.

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