Kinder mit Behinderung
Schülertransport ohne Maske - in Westfalen geht es, im Rheinland nicht

Münster/Düsseldorf -

Im Rheinland sieht sich der Landschaftsverband nicht in der Lage, Kinder mit einer Behinderung und ohne Maske zur Schule zu transportieren, in Westfalen wohl.

Dienstag, 08.09.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 13:55 Uhr
In Kleinbussen und Taxen werden viele Kinder mit einer Behinderung zur Schule gefahren. Die Regelungen dafür sind in den beiden nordrhein-westfälischen Landesverbänden nicht einheitlich. Foto: dpa (Symbolbild)

Deswegen muss sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zurzeit heftige Kritik gefallen lassen. So wirft die Landeselternkonferenz NRW dem Verband vor, „einen Teil der Schülerinnen und Schüler einfach zurücklassen, vor allem in den Förderschulen. So treffe er vulnerable Schülergruppen, die keine Masken tragen können.

Franz Schrewe, Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in NRW, bezeichnet es als eine Zumutung für die Eltern – und eine Diskriminierung der Kinder, wenn betroffene Familien den Transport zur Schule selber organisieren müssen. Betroffen sind rund 270 Schüler von 38 LVR-Schulen.

Mit Attest keine Maske notwendig

In Westfalen ist die Lage eine andere: „Wenn die Schüler ein Attest haben, können sie auch ohne Maske am Schülerspezialverkehr teilnehmen, wie übrigens auch am Schulunterricht selber“, teilt der LWL auf Anfrage mit. Bei den betroffenen Schülern handelt es sich zum Beispiel um Kinder, die beatmet werden oder die autistische Züge haben und sich (oder Betreuern) die Masken vom Gesicht reißen.

Sie werden laut LWL in Kleinbussen und Taxen der beauftragten Busunternehmen transportiert – „natürlich unter Hygienebedingungen.“ Dazu gehörten ausreichende Abstände und die regelmäßige Desinfektion von Kontaktflächen im Bus nach jeder Fahrt, Masken für die Fahrer und „eventuell weitere bauliche Maßnahmen, die uns nicht im Einzelnen mitgeteilt werden müssen“, wie der Landschaftsverband erklärt.

Abwägungsprozesse mit unterschiedlichen Ausgängen

Die Maßnahmen seien das Ergebnis eines Abwägungsprozesses zwischen dem Gesundheitsschutz auf der einen und dem „berechtigen Wunsch der Eltern und Kinder nach einem Schulbesuch“ auf der anderen Seite.

In diesem Prozess ist der LVR zum gegenteiligen Ergebnis gekommen. Der Verband betont, dass der Transport der Kinder lediglich eine freiwillige Leistung sei. Außerdem hätten viele Schüler geschwächte Immunsysteme oder chronische Vorerkrankungen, die besonders geschützt werden müssten. Die Suche nach einer Lösung sei aber „in vollem Gange“.

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