Störungen sind nicht außergewöhnlich
Glasfaserausbau läuft nicht rund

Ostbevern -

In der Sitzung des Rates taten die Mitglieder deutlich ihren Unmut über den Ausbau des Glasfasernetzes kund. Fast eine Woche war das Internet in Brock und den angrenzenden Bauerschaften ausgefallen, weil bei den Ausbauarbeiten eine Leitung beschädigt wurde. Nach einer weiteren Störung gab es einen Baustopp.

Donnerstag, 01.10.2020, 05:59 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 17:26 Uhr
Die Verlegung der Glasfaser bereitet in der Bevergemeinde Probleme. Foto: Klaus Meyer

Es läuft gerade nicht gut mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in der Bevergemeinde. Besonders in Brock und den Bauerschaften kam es zuletzt zu Schäden an anderen Leitungen mit massiven Beeinträchtigen für die Nutzer von bis zu einer Woche (WN berichteten). Die Konsequenz: Die Gemeinde hat reagiert und am Dienstag einen Baustopp verhängt, so dass der Deutschen Glasfaser die weitere Verlegung von Kabeln in gemeindlichen Grundstücken vorerst untersagt ist.

Dass der Unmut in der Bevölkerung groß ist, wurde auch in der Sitzung des Rates deutlich. Nicht nur, dass Fragen nach unnötigen Leerrohren und doppelten Anschlüssen gestellt wurden, auch dass die ausführenden Firmen ohne Ankündigung Privatgrund betreten würden, um Löcher auszuheben, sorgte für großes Unverständnis. Sauer war auch Elmar Möllenbeck (CDU): „Ich hatte bereits bei der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses darum gebeten, dass die Gemeinde tätig wird“, sagte er. Ein schnelleres Handeln seitens der Gemeinde hätte in seinen Augen weitere Schäden verhindern können.

Zur Sachlage erläuterte Hans-Heinrich Witt, dass die Gemeinde nicht in der Pflicht sei. „Der Vertrag wurde zwischen der Deutschen Glasfaser und dem Kreis Warendorf geschlossen“, sagte er. Die Gemeinde müsse lediglich ihre Flächen für die Arbeiten zur Verfügung stellen – mehr nicht. „Wir haben da alles richtig gemacht“, ist der Bauamtsleiter überzeugt. Und was Leitungspläne von anderen Anbietern oder beispielsweise auch der Stadtwerke beträfe, so seien die bauausführenden Unternehmen in der Pflicht, sich diese Pläne zu besorgen. Bei der Gemeinde lägen zwar Pläne vor, allerdings bestünde da keine Garantie der Aktualität.

Ralf Hübscher, zuständig beim Kreis Warendorf für den Glasfaserausbau, glättet die Wogen ein wenig. Bereits eine Stunde nach der Störungsmeldung sei man am Dienstagvormittag vor Ort gewesen und habe mit den ausführenden Firmen und der Deutschen Glasfaser Gespräche geführt. Einen Baustopp sollte es so lange geben, bis den Unternehmen die aktuellen Trassenpläne vorliegen würden. „Das ausführende Unternehmen hatte zwar zuvor Datenbanken abgefragt, die beruhen allerdings auf freiwilliger Basis“, erklärte Hübscher, warum der Deutschen Glasfaser und dem beauftragen Unternehmen die Pläne zunächst nicht vorlagen.

„Das ist jetzt leider so passiert“, sagte Ralf Hübscher. Störungen ließen sich bei solchen großen Projekten eben nicht immer vermeiden, so Ralf Hübscher weiter. „Dass man mal ein Kabel reißt, kann immer passieren.“ Das passiere auch anderen, nicht nur der Deutschen Glasfaser. Um weitere Störungen möglichst zu vermeiden, habe man auch mit dem Geschäftsführer der Muenet, die den Eigenausbau der Landwirte übernommen hat, geführt.

Auch zum Betreten der ausführenden Firma von Privatgrundstücken nimmt er Stellung. „Da gibt es klare Regeln mit der Deutschen Glasfaser, dass die Arbeiten angekündigt werden müssen.“ In erster Linie solle das durch Postwurfsendungen erfolgen. „Allerdings mag es auch hier Einzelfälle geben, wo es nicht immer ganz richtig gelaufen ist.“

Doch nicht nur die Leitungsausfälle sorgten für Unmut. „Haben wir nicht der Deutschen Glasfaser eine Deadline gesetzt?“, fragte Jochem Neumann (Grüne) im Hinblick auf die entstandenen Schäden an Bürgersteigen und Wegen nach der Verlegung der Glasfaser im Ortskern. Bis zum Zeitpunkt X sollten die dortigen Mängel von der Deutschen Glasfaser behoben worden sein. „Ich habe Angst, dass das unterm Teppich verschwindet“, tat er eine seiner Sorgen kund. Ein exaktes Datum für die Behebung der Mängel hatte Hans-Heinrich Witt bei der Ratssitzung nicht parat, deutete aber einen Termin „Ende des Jahres“ an. Versprach aber, der Sache noch einmal nachzugehen.

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