„Gewisse Zurückhaltung“ beim Kreis
Grüne: Bedarf für Teststelle da

Ahlen -

Bürgermeister Dr. Alexander Berger hat Erwartungen gedämpft, dass in Ahlen kurzfristig wieder ein öffentliches Corona-Testzentrum eingerichtet werden könnte, wie es die Grünen gefordert hatten.

Sonntag, 01.11.2020, 07:30 Uhr
Gut frequentiert wurde die Corona-Teststelle beim Ahlener DRK im Sommer dieses Jahres. Foto: Silke Diecksmeier

Er habe das Thema wenige Stunden zuvor in ei­ner Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus dem Kreis und dem Landrat angesprochen, erklärte der Verwaltungschef am Donnerstag in der Ratssitzung. Sein Eindruck: In Warendorf gebe es gegenüber dem Ansinnen aus der Wersestadt „eine gewisse Zurückhaltung“. Aus Sicht des Kreises sprächen logistische, personelle und finanzielle Gründe wohl eher dafür, die für Mitte November angekündigte neue Abstrichstelle in der Kreisstadt zu verorten. Er werde aber weiter „dran bleiben“, versprach Berger. Allerdings sei die Situation auch nicht vergleichbar mit der im Sommer nach dem Corona-Massenausbruch bei der Firma Tönnies.

Wenn eine Stadt drin ist, kann das ja wohl nur Ahlen sein.

Petra Pähler-Paul

Die Fraktionschefin der Grünen gab sich mit der Antwort nicht zufrieden. Über die Aussage einer Sprecherin des Kreises, wonach Ahlen bei der Standortfindung „nicht raus“ sei, habe sie sich sehr gewundert, erklärte Pe­tra Pähler-Paul. „Wenn eine Stadt drin ist, kann das ja wohl nur Ahlen sein.“ Sie erwarte, dass der Bürgermeister sich weiter für ein kommunales Testzentrum stark mache. Dafür gebe es einen Bedarf wie ein Bedürfnis in der Bevölkerung. Die Hausärzte seien überlastet, die Patienten telefonierten sich „die Finger wund“, um zu ihnen durchzudringen. Zudem seien viele ältere Menschen nicht mobil, wären auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um nach Warendorf zu kommen. Ob das überdies im Sinne des Infektionsschutzes sein könne, halte sie für sehr fraglich, so Pähler-Paul.

Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann, stieß ins gleiche Horn. „Die Leute stehen bei den Arztpraxen teilweise draußen oder in den Treppenhäusern Schlange“, schilderte Artmann seine Beobachtungen. Er halte es durchaus für eine städtische Aufgabe, Testmöglichkeiten zu schaffen.

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