Lange Verfolgungsjagd bis Münster
Mann bei Raub schwer verletzt - ein Täter weiter auf der Flucht

Münster/Warendorf/Steinhagen -

Am Freitagabend kam es nach einem Raub, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde, zu einer spektakulären Verfolgungsjagd, die von Steinhagen über Warendorf bis nach Münster führte. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, ein weiterer ist noch auf der Flucht.

Montag, 02.11.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 15:52 Uhr
Foto: dpa (Symbolbild)

Am Freitagabend ist es kurz vor 20 Uhr in einer Wohnung in Steinhagen (Kreis Gütersloh) an der Patthorster Straße zu einem Raubdelikt gekommen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei klopften zwei Männer zur Tatzeit an der Wohnungstür eines 63-jährigen Mannes. Als der Mann die Tür öffnete, wurde er unvermittelt durch die maskierten Männer angegriffen und mit einer Metallstange geschlagen.

Schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht

Der 63-Jährige fiel durch die Schläge zu Boden. Anschließend entrissen die Männer dem Steinhagener eine am Körper getragene Geldbörse und zwei Mobiltelefone. Mit der Beute flüchteten sie. Kurze Zeit später stellte das Opfer fest, dass die Täter mit dem von ihm genutzten Auto flüchteten. Zudem entwendeten sie ein Luftgewehr und eine Armbrust von dem ländlich gelegenen Anwesen.

Unmittelbar nach dem Eintreffen der Polizeibeamten, wurde eine Rettungswagen und ein Notarzt zur Einsatzstelle entsandt. Der schwer verletzte 63-Jährige wurde anschließend in ein Bielefelder Krankenhaus gefahren.

Auto in Warendorf entdeckt

Im Zuge der sofort eingeleiteten polizeilichen Fahndung konnte der gestohlene Mercedes im Bereich Warendorf auf der B64 ausgemacht werden. Der Mercedes wurde mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Münster gefahren. Der Fahrer des Wagens missachtete mehrfach die Anhaltesignale der Polizei und ignorierte in mehreren Fällen rote Ampeln. An der Einmündung zur Freckenhorster Straße in Warendorf kam es zu einem Beinahezusammenstoß mit dem Fahrer eines Opels, der die Spur des Mercedes-Fahrers kreuzte.

Die Fahrt der Räuber ging weiter mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Münster. Gegen 20.32 Uhr nahmen Beamte des Polizeipräsidiums Münster den Mercedes auf. Der Mercedes fuhr streckenweise mit 150 Stundenkilometer. An der Einmündung B51 und Albersloher Weg geriet der Mercedes beim Abbiegen nach rechts über die Mittelbebauung der Fahrbahn in den Gegenverkehr. Dabei entstand ein erster Sachschaden an dem Mercedes. Der Wagen geriet ins Schlingern. Entgegenkommende Autos mussten abbremsen, um einen Unfall zu vermeiden. Aufgrund der Mittelbebebauung war ein Zurückwechseln auf die rechte Fahrspur nicht mehr möglich, heißt es von der Polizei.

Beifahrer weiter auf der Flucht

Um eine Weiterfahrt zu verhindern und gegenwärtige Gefahren für entgegenkommende Fahrzeuge zu verhindern, wurde das Auto durch Polizeibeamte in Höhe der Kanalbrücke und Albersloher Weg mit dem Streifenwagen abgedrängt und somit gestoppt. An dem Streifenwagen und an dem Mercedes entstand dabei weiterer Sachschaden. Der Fahrer des gestohlenen Autos wurde unmittelbar festgenommen. Der Beifahrer flüchtete und entkam unerkannt. Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um einen 39-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld stellte den Antrag auf Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde im Anschluss erlassen.

Der Mercedes sowie der Führerschein des Mannes wurden sichergestellt. Ein Strafverfahren wegen des schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, sowie Straßenverkehrsgefährdung wurde eingeleitet, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Die Polizei sucht Zeugen. Wer kann Angaben zu dem Raub machen? Wer kann Angaben zu den maskierten Tätern, insbesondere zu dem flüchtenden Beifahrer machen? Hinweise dazu nimmt die Polizei Gütersloh unter der Telefonnummer 05241 869-0 entgegen.

Nachrichten-Ticker