Gemeinde will ein 28 Jahre altes Löschfahrzeug loswerden
Wenig gelaufen und trotzdem auf

Ladbergen -

Ist Ladbergens Ordnungsamtsleiter Andreas Kipp jetzt unter die Autoverkäufer gegangen? Eigentlich nicht, irgendwie aber schon. Denn die Gemeinde hat ein Feuerwehrfahrzeug zu verkaufen – und gibt auf ihrer Homepage Kipp als ersten Ansprechpartner an.

Montag, 02.11.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 17:30 Uhr
Sieht auf den ersten Blick noch ganz gut aus, hat aber schon einige Mängel und ist mit seiner Ausstattung nicht mehr auf dem Stand der Technik: das Löschfahrzeug, das die Gemeinde zum Verkauf anbietet. Sein Nachfolger, ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 10) wurde bereits im Sommer in Dienst gestellt. Foto: Gemeinde Ladbergen

Dass eine Kommune ein ausrangiertes Feuerwehrauto anbietet, kommt nicht jeden Tag vor, ist aber auch nicht ungewöhnlich. Sollte man den Verkauf aber nicht lieber Profis überlassen, die vielleicht noch den einen anderen Euro mehr rausholen? Schließlich geht es nicht um einen Kleinwagen von der Stange, bei dessen Wertermittlung im Zweifel die gute, alte Schwacke-Liste weiterhelfen kann. „Natürlich haben wir auch die uns bekannten Händler angeschrieben. Aber wenn wir es direkt verkaufen können, warum nicht?“, sagte Kipp gestern auf Anfrage der WN.

In aktuellen Fall geht es um ein Ziegler-Löschfahrzeug (LF 8/6) auf Basis eines Mercedes-Benz 814 F/31, Erstzulassung 1992, 7,49 Tonnen schwer, zirka 30 000 Kilometer gelaufen und ausgestattet mit einem 600-Liter- Wasserbehälter, Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8-2. Dazu gibt‘s laut Anzeige „feuerwehrtechnische Beladung“, zu der unter anderem Motorsäge, Tauchpumpe und Stromerzeuger gehören sowie ein Beleuchtungssatz, eine vierteilige Steckleiter und Funkgeräte.

Wer, wenn nicht eine andere Feuerwehr oder sonst ein Hilfsdienst, braucht so ein Spezialfahrzeug? „Genau an solche Organisationen richtet sich das Angebot ja“, sagt Kipp. Es gebe bereits mehrere Interessenten. Es könne aber auch sei, dass ein Händler den Zuschlag bekommt und das Fahrzeug ins Ausland geht. Kipp: „Ein altes Tanklöschfahrzeug von uns läuft mit etwas Glück heute immer noch in Argentinien.“ Ein Händler habe es vor über zehn Jahren dorthin verkauft.

Ein Mindestgebot hat die Gemeinde nicht festgelegt. Kipp ist froh, wenn der Mercedes vom Hof geht, da Rumstehen auch nur Geld kostet. Und wenn der Höchstbietende nur 500 Euro geben will? „Dann geht das Fahrzeug dafür weg“, so Kipp. Dass das nur noch ein Bruchteil des damaligen Anschaffungswertes wäre, täte Kämmerer Eckhard Schröer nicht weh: „In der Buchhaltung sind die Fahrzeuge nach 20 Jahren abgeschrieben“, erläuterte er gestern trocken auf Anfrage der WN.

Wer Interesse am Erwerb des Fahrzeuges hat, kann bei der Gemeinde bis zum 16. November ein schriftliches Gebot einreichen. Und nach Vereinbarung, so heißt es in der Anzeige, kann es vorab im Gerätehaus begutachtet werden.

Weitere Auskünfte zum Fahrzeug und seinem Zustand beantwortet das Ordnungsamt ( 0 54 85/ 81 41, E-Mail ) auf Anfrage.

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