Landkreise Borken und Coesfeld mahnen zur Vorsicht
Geflügelpest rückt näher

Borken/Coesfeld -

Nach Geflügelpest-Fällen in den Niederlanden warnt der Kreis Borken vor dem Virus. Die Landwirte wappnen sich derweil mit Lastwagen-Desinfektion und kuriosen Stall-Anbauten.

Donnerstag, 05.11.2020, 18:23 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 18:26 Uhr
Wenn das Veterinäramt in einem Betrieb infizierte Tiere ausmacht, richtet es um den Betrieb einen Sperrbezirk ein. Das führt zu Einschränkungen für Warenverkehr und Tiertransporte. Foto: dpa

Die Geflügelpest rückt näher ans Münsterland. Nach einem Ausbruch in Nimwegen in der niederländischen Grenz-Provinz Gelderland weist die Kreisverwaltung Borken auf die Gefahren der Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, hin. Einen Fall der Geflügelpest auf einem Hühnerhof gibt es nun auch auf der Hallig Oland. Das hat im Münsterland eine erste Auswirkung. „Futtermittel-Lastwagen werden noch vor der Hof-Einfahrt desinfiziert“, berichtet Stephan Wolfert vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband über die erste Maßnahme. Wildvögel übertragen das für den Ausbruch verantwortliche Virus. Ausgerechnet die ziehen aktuell in Richtung Winterquartier. Deswegen appelliert der Kreis Coesfeld insbesondere an die Hobby-Halter von Geflügel. Überdachungen seien nun wichtig, da so der Kot von Wildvögeln nicht die Haltung des Geflügels verdrecke.

Landwirte bereiten sich auf Vogelgrippe vor

Noch schicken die Veterinärämter das Geflügel nicht zwangsläufig in die Ställe: Über die „Aufstallpflicht“, also der Zwang, die Tiere im Stall zu halten, werde aktuell noch beraten, teilt die Kreisverwaltung Coesfeld mit. Gegebenenfalls soll diese landesweit gelten. Das stelle die Landwirte, die Tiere in der Freilandhaltung haben, vor ein Probleme, sagt Wolfert. „Ich habe mit einem Landwirt gesprochen, der auch Gemüse anbaut. Der würde in dem Fall Folientunnel neben dem Hühnerstall bauen, damit die Tiere Auslauf bekommen“, berichtet er von einer kreativen Idee.

Gibt es infizierte Tiere auf einem Hof, muss der gesamte Bestand getötet werden. Die Überreste müssen, ebenso wie Kot und Einstreu, fachgerecht entsorgt werden. Um den betroffenen Hof richtet das Veterinäramt eine Schutz- und Überwachungszone ein. Den Verkehr von Menschen, Tieren und Waren schränken die Behörden dann in diesem Gebiet ein.

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