Masken-Produzent kritisiert Angela Merkel
Die „Spar-Tüte“ der Kanzlerin

Borghorst -

Alexander Maksimow findet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht unbedingt ein Vorbild ist, was das Maskentragen in Corona-Zeiten anbelangt. Damit meint der Borghorster Unternehmer keineswegs etwaige Verstöße gegen die Aufsetzpflicht. Der Chef von McAirlaid‘s meint vielmehr die Qualität der Masken, die sie trägt. Er muss es wissen, stellt er doch seit Beginn der Corona-Zeit im Frühjahr selbst Schutzmasken her.

Freitag, 06.11.2020, 20:52 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 21:30 Uhr
„Es geht auch darum, was sie sich um den Mund bindet.“ Nach Meinung des Borghorster Maskenherstellers Alexander Maksimow ist die Kanzlerin als Maskenträgerin kein Vorbild. Foto: imago images/IPON

Alexander Maksimow erinnert Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihre Vorbildfunktion. Dafür hat er ihr jetzt einen Brief geschrieben. Okay, sie trage bei ihren öffentlichen Auftritten Maske. Das reiche für eine Chefin der Bundesregierung aber nicht. „Es geht auch darum, was sie sich da um den Mund bindet“, brummt der Borghorster Unternehmer sichtlich verärgert und zeigt auf einen Ausdruck eines Pressefotos der Agentur AFP, das Merkel am Tag des Lockdown-Gipfels zeigt.

Hosenanzug, was auch sonst?, an dem Tag in türkisblau, ausgestreckte Hand, darin ein schwarzer Stift, Mund und Nase von einer weißen Spitztüte bedeckt. „Das ist eine von diesen Fake-Masken aus China, die die Regierung millionenfach viel zu teuer eingekauft hat“, ist Maksimow überzeugt. Und er fragt: „Warum trägt Angela Merkel nicht die Maske eines deutschen Herstellers, wo es doch mittlerweile politischer Wille ist, sich durch die Produktion in eigenem Land vom Ausland unabhängig zu machen?“

Merkel-Maske ohne Prüfziffer

Maksimow weiß, wovon er redet. Darum genügte ein Blick auf die grau aufgedruckten Zahlen- und Buchstabenkombinationen auf der Merkel-Maske, um das Modell als Fälschung auszumachen. So ist sie mit zwei unterschiedlichen Norm-Kennzeichnungen versehen, dafür fehlt hinter dem bekannten CE-Zeichen die notwendige Prüfziffer.

Der Unternehmer aus Borghorst stellt mit seiner Firma „McAirlaid‘s“ seit vielen Jahren Vlies-Produkte auch für den medizinischen Bereich her. Seit einem halben Jahr rattert in seinem Werk in Selm eine Produktionsmaschine für OP-Masken. Erst gerade ist eine zweite hinzugekommen. Jahresausstoß: 100 Millionen.

Masken-Goldgräber-Stimmung

Der „McAirlaid‘s“-Präsident beobachtet den weltweit explodierenden Maskenmarkt – natürlich – mit unternehmerischen Argusaugen. „Gerade die Deutschen, die es doch sonst mit Vorschriften, Normen und Verordnungen so genau nehmen“, wundert er sich, „lassen es jetzt schleifen.“ Maksimow ist gebürtiger Finne, lebt seit Jahrzehnten in Deutschland, hat sich aber immer noch nicht damit abgefunden, dass man in seiner Wahl-Heimat für das Fischen an jedem Tümpel eine amtliche Erlaubnis benötigt. „Das versteht kein Finne“, lacht der Wahl-Borghorster.

Eine unangenehme Folge dieser Masken-Goldgräber-Stimmung ist nach Ansicht von Alexander Maksimow, „dass Hinz und Kunz Masken produzieren darf“. Knowhow spiele kaum eine Rolle. Zertifizierungsnormen aus unterschiedlichen Ländern vergrößerten das Durcheinander. Und dann die verschiedenen Maskentypen. „Wer soll denn da noch durchblicken?“

„Da bekomme ich immer zu viel“

Dass die Politiker da keine Ausnahme sind, macht Alexander Maksimow nicht nur an Merkels Masken-Fake fest, sondern auch am Umgang mit dem Virenschutz: „Wenn ich sehe, dass die ihre Stoffmasken aus der Hosentasche kramen und dann vor das Gesicht ziehen, bekomme ich immer zu viel. Kann mir keiner erzählen, dass deren Hosentaschen keimfrei sind!“

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