Neue Drive-Abstrichstelle
Intensivkapazitäten und Testlabore stark ausgelastet

Kreis Warendorf -

Die Intensivbetten im Kreis Warendorf sind zu 80 Prozent ausgelastet – allerdings nicht nur von Corona-Patienten. Auch die Testlabore arbeiten am Limit.

Freitag, 06.11.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 16:52 Uhr
Noch werden Kontaktpersonen von Infizierten in der Nebenstelle des Kreishauses getestet. Ab Mitte November soll diese Einrichtung, in der nach Absprache mit dem Gesundheitsamt Abstriche genommen werden, zur Bundeswehrsportschule in Warendorf verlegt werden. Foto: Kreis Warendorf

Nach wie vor gehört die Ermittlung von Kontaktpersonen von Infizierten zu den wichtigsten Aufgaben für die Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes. „Zunächst geht es darum, dass sich die Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne begeben. Der zweite Schritt ist dann die Testung“, erklärte Petra Schreier, Leiterin des Corona-Krisenstabs des Kreises.

Neue Teststelle nur für Kontaktpersonen

Der hat beschlossen, dass die Testung von Kontaktpersonen ab Mitte November auf einem Gelände der Bundeswehrsportschule an der Straße Lange Wieske in Warendorf stattfinden soll. Dort kann der Kreis Container aufstellen und  eine Drive-In-Abstrichstelle einrichten. „Der Vorteil dieser Lösung ist, dass das Auto für den Test nicht verlassen werden muss, dass Mindestabstände eingehalten werden können und dass mögliche Wartezeiten im Trockenen und Warmen verbracht werden können“, so die Krisenstabsleiterin.

Der Vorteil dieser Lösung ist, dass das Auto für den Test nicht verlassen werden muss.

Petra Schreier

Zurzeit testet der Kreis Kontaktpersonen noch in einer Nebenstelle des Kreishauses. Ausdrücklich weist das Gesundheitsamt darauf hin, dass es sich nicht um ein Angebot für die Allgemeinbevölkerung handelt, sondern ausschließlich um eine Teststelle für Kontaktpersonen nach Absprache mit dem Gesundheitsamt handelt.

Über 80 Prozent der Intensivkapazitäten ausgelastet

Das nach wie vor sehr dynamische Infektionsgeschehen im Kreisgebiet und insbesondere in einzelnen Städten wie derzeit in Oelde, war ein weiteres Thema. Das bekommen auch die Krankenhäuser zu spüren. Ein Vertreter der Krankenhäuser im Kreis Warendorf erläuterte im Krisenstab sowohl die aktuelle Intensiv- und Beatmungs-Bettenauslastung. Über 80 Prozent der Intensivkapazitäten seien derzeit ausgelastet. Dr. Anna Arizzi Rusche vom Gesundheitsamt wies darauf hin, dass die Ansteckungen oft nicht eindeutig einem Ursprung zuzuordnen seien. Hinzu kommt, dass die Labore derzeit stark ausgelastet sind und dass es oft mehrere Tage dauert, bis Testergebnisse vorliegen. Um sich dauerhaft zusätzliche Kapazitäten zu sichern, setzt der Kreis deshalb seine Zusammenarbeit mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA MEL) fort.

Sobald Infektionen bekannt werden, stehen die Quarantäne-Anordnung und die Ermittlung der Kontaktpersonen der Infizierten auf der Agenda des Gesundheitsamtes. Das ist aktuell eine Mammutaufgabe, an der nach Verstärkung durch die Bundeswehr, durch befristet eingestellte Kräfte sowie durch Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung beziehungsweise von der Sparkasse Münsterland Ost und vom Bundesverwaltungsamt über 100 Personen arbeiten.

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